Wie aus dem aktuellen „Austrian Business Check“ des KSV1870 hervorgeht, ziehen elf Prozent der Vorarlberger Unternehmen in Betracht, innerhalb der kommenden drei Jahre Geschäftsbereiche, Prozesse oder Projekte ins Ausland zu verlagern.

Für die Untersuchung wurden in Vorarlberg 50 Unternehmen unterschiedlichster Branchen befragt. Österreichweit nahmen rund 1.100 Betriebe teil.

Dabei fällt ein wichtiger Punkt besonders auf: Große Industriebetriebe aus Vorarlberg waren an der Umfrage nicht beteiligt. Gerade jene Unternehmen also, die besonders stark unter internationalem Konkurrenzdruck, hohen Energiekosten und globalen Marktverschiebungen leiden, fehlen in dieser Auswertung.

„Kein Signal der Entwarnung“

Für Nathaniel Heinritz ist die vergleichsweise niedrigere Verlagerungsquote deshalb keineswegs beruhigend. Der Leiter des KSV1870 Vorarlberg betont, dass die Erhebung bewusst breiter angelegt worden sei und nicht ausschließlich die Industrie berücksichtige.

Denn ein Wirtschaftsstandort bestehe nicht nur aus exportorientierten Industriekonzernen, sondern ebenso aus Handwerk, Tourismus, Dienstleistern oder regionalen Gewerbebetrieben.

Gerade deshalb sei es bemerkenswert, dass selbst außerhalb der klassischen Industrie mehr als zehn Prozent der Unternehmen über eine Verlagerung nachdenken. Für viele Beobachter gilt das als Warnsignal.

Geschäftsklima rutscht tief ins Minus

Parallel dazu verschlechtert sich zuletzt auch die Stimmung in der Vorarlberger Industrie deutlich. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg zufolge, fiel der Geschäftsklimaindex im ersten Quartal von +13 auf -9,1 Prozentpunkte und rutschte damit wieder klar in den negativen Bereich.

28 Prozent der Industriebetriebe bewerten ihre aktuelle Lage inzwischen als schlecht. Lediglich sieben Prozent sprechen noch von einer guten Geschäftssituation.