Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten hat zu Wochenbeginn für kräftige Kursgewinne an den internationalen Börsen gesorgt. Auslöser ist eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran, die nach Angaben beider Seiten eine Verlängerung der Waffenruhe sowie die vollständige Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus vorsieht.
Für die Weltwirtschaft hätte eine Freigabe der wichtigen Schifffahrtsroute enorme Bedeutung. Entsprechend positiv reagierten die Finanzmärkte. Analysten sehen die Chancen auf eine nachhaltige Entspannung so hoch wie seit Beginn des Konflikts nicht mehr, auch wenn die endgültige Unterzeichnung eines Abkommens noch aussteht.
Parallel dazu geriet der Ölpreis deutlich unter Druck. Ein Fass der Nordseesorte Brent fiel auf rund 83 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Anfang März. Marktbeobachter führen die Entwicklung auf die Erwartung zurück, dass sich die Versorgungslage am Ölmarkt mit einer Wiederaufnahme der Transporte verbessern wird.
Aktienmärkte profitieren
Von den sinkenden Energiepreisen profitieren vor allem die Aktienmärkte. Niedrigere Ölpreise dämpfen den Inflationsdruck und könnten den Spielraum der Notenbanken vergrößern, auf weitere Zinserhöhungen zu verzichten. Anleger richten ihren Blick daher nun auf die anstehenden Entscheidungen der US-Notenbank Fed und der Bank of England.
Besonders stark präsentierte sich die Wiener Börse. Der ATX gewann rund 2,6 Prozent und markierte mit 6420 Punkten ein neues Allzeithoch. Rückenwind kam vor allem von Banken- und Bauwerten. Für Aufsehen sorgte zudem der Leiterplattenhersteller AT&S, dessen Aktie nach einer verbesserten Jahresprognose und der bevorstehenden Aufnahme in den Stoxx Europe 600 um mehr als ein Viertel zulegte.
Auch an der Wall Street dominierten die Käufer. Vor allem Technologiewerte waren gefragt, wodurch die Nasdaq zum Wochenstart deutlich stärker zulegte als die übrigen US-Indizes.

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