Mercedes-Benz richtet seine europäische Fertigung neu aus und verlagert ein weiteres wichtiges Modell ins Ausland. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die für 2027 angekündigte kompakte G-Klasse – häufig auch als „Baby-G“ bezeichnet – künftig im ungarischen Werk Kecskemét produziert werden. Der deutsche Standort Rastatt, der ebenfalls als Kandidat gehandelt wurde, geht dagegen leer aus.
Mit diesem Schritt stärkt der Stuttgarter Autobauer seine Fertigungskapazitäten in Osteuropa und setzt seinen Kurs zur Senkung der Produktionskosten konsequent fort. In Ungarn sind die Produktionskosten deutlich geringer als in Deutschland.
Milliardeninvestition macht Ungarn zum Schlüsselstandort
Grundlage der Entscheidung ist der umfangreiche Ausbau des Mercedes-Werks in Kecskemét. Rund eine Milliarde Euro investierte der Konzern zuletzt in die Erweiterung des Standorts. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Jahreskapazität auf 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge steigen.
Damit könnte künftig nahezu ein Drittel aller europäischen Mercedes-Fahrzeuge in Ungarn produziert werden – etwa doppelt so viele wie bisher.
Nach Brancheninformationen ist die Verlagerung Bestandteil eines konzernweiten Effizienzprogramms, mit dem Mercedes seine Fertigungskosten um rund zehn Prozent reduzieren möchte.
Weitere Modelle könnten folgen
Die kompakte G-Klasse dürfte nicht das einzige Fahrzeug bleiben, das künftig in Ungarn gebaut wird. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird geprüft, weitere volumenstarke Baureihen schrittweise an kostengünstigere Produktionsstandorte zu verlagern.
Im Gegenzug könnten die Fertigungsumfänge in deutschen Werken wie Rastatt, Bremen oder Sindelfingen langfristig sinken.
Bereits heute entstehen dort unter anderem die A-Klasse, das CLA Coupé, der CLA Shooting Brake sowie seit 2026 auch der vollelektrische GLB EQ.

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