Hinter der Entscheidung stehen tiefgreifende Veränderungen im Energiemarkt, die selbst kommunale Anbieter zunehmend unter Druck setzen.
Stadtwerke beenden Gaslieferung – Frist läuft bis Herbst 2026
Mit Ende September 2026 ziehen sich die Stadtwerke Bregenz vollständig aus der Rolle als Gaslieferant zurück. Rund 4.300 Objekte sind aktuell an das Netz angeschlossen, etwa 85 % davon wurden bislang auch direkt mit Gas beliefert.
Bereits Ende April erhalten betroffene Kunden ein Kündigungsschreiben mit allen relevanten Informationen zum weiteren Vorgehen. Bis spätestens 30. September 2026 müssen Haushalte und Unternehmen eigenständig einen neuen Liefervertrag abschließen. Erfolgt dies nicht, greift die Regulierungsbehörde E-Control Austria ein und weist automatisch einen neuen Anbieter zu.
Warum die Stadt den Rückzug vollzieht
Die Entscheidung kommt nicht aus dem Nichts. Laut Stadt haben sich die Rahmenbedingungen am Energiemarkt grundlegend verändert.
Beschaffung, Handel und administrative Anforderungen seien deutlich komplexer und kostenintensiver geworden. Für kleinere Anbieter wie kommunale Stadtwerke wird es damit zunehmend schwieriger, Gas wirtschaftlich und gleichzeitig nachhaltig anzubieten.
Vor diesem Hintergrund ziehen die Stadtwerke die Konsequenz: Künftig konzentriert man sich auf den Betrieb des Netzes, während die eigentliche Lieferung anderen Marktteilnehmern überlassen wird.
Geschäftsführer Wolfgang Winkler betont, dass der Schritt keineswegs leicht gefallen sei. Angesichts der wirtschaftlichen und strukturellen Entwicklungen sei er jedoch unausweichlich gewesen.
Fokus auf Infrastruktur statt Lieferung
Auch wenn sich die Stadtwerke aus dem Vertrieb zurückziehen, bleiben sie weiterhin ein zentraler Akteur in der Energieversorgung vor Ort. Das Gasnetz selbst wird weiterhin betrieben und soll sogar ausgebaut werden.
Geplant sind Investitionen insbesondere mit Blick auf zukünftige Energieträger wie erneuerbare Gase und Wasserstoff.
Weitere Leistungen bleiben unverändert
Wichtig für die Bevölkerung: Die Entscheidung betrifft ausschließlich die Gaslieferung. Andere Angebote der Stadtwerke – etwa Trinkwasserversorgung, öffentlicher Verkehr, das Seebad, Parkhäuser oder Dienstleistungen der Tochtergesellschaft Schlappack Stadtinstallateur GmbH – laufen unverändert weiter.

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