Die Energie Steiermark und die Energie Graz senken zum 1. Juli ihre Gaspreise um knapp 12 Prozent. Hintergrund sind u.a. die rückläufigen Großhandelspreise.

Gaspreise werden ab Juli gesenkt

Für Kunden der Energie Graz sinkt der Arbeitspreis künftig auf rund fünf Cent pro Kilowattstunde. Kunden der Energie Steiermark zahlen im zweiten Halbjahr 5,71 Cent pro Kilowattstunde.

Die Anpassung erfolgt laut Unternehmensangaben im Rahmen der regulären halbjährlichen Indexberechnung. Konzernsprecher Urs Harnik erklärte, dass sich die Tarife direkt am Gaspreisindex orientieren würden. Entsprechend der aktuellen Entwicklung komme es nun zu einer Reduktion von 11,61 Prozent.

Die jüngsten geopolitischen Spannungen rund um die Irankrise seien im derzeitigen Index allerdings noch nicht vollständig berücksichtigt. Dadurch bleibt offen, wie sich die Preise in den kommenden Monaten weiter entwickeln werden.

Während die Grundgebühr bei der Energie Graz unverändert bleibt, steigt sie bei der Energie Steiermark leicht um 2,04 Prozent.

Entspannung an den Großhandelsmärkten

Als Ursache für die Preissenkung nennen die Unternehmen vor allem die zuletzt rückläufigen Marktpreise für Gas. Nach einem explosionsartigen Antieg infolge der Iran-Krise, haben sich die Preise zuletzt wieder leicht abgekühlt. Gleichzeitig habe sich die langfristige Einkaufsstrategie der Energie Graz ausgezahlt.

Gerade in den besonders turbulenten Phasen der vergangenen Energiekrise hätten langfristige Beschaffungsmodelle geholfen, extreme Preissprünge abzufedern und die Versorgung stabil zu halten.

Auch die Stadt Graz begrüßte die nun angekündigte Entlastung. Bürgermeisterin Elke Kahr sprach von einem wichtigen Schritt für die Haushalte der Stadt. Leistbare Energieversorgung bleibe eines der zentralen Themen für Graz.

Die Energie Graz befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Stadt. 51 Prozent hält Graz selbst, 49 Prozent liegen bei der Energie Steiermark.

Geothermie-Projekt soll wieder anlaufen

Parallel zur Gaspreissenkung arbeitet Graz auch an einem anderen bedeutenden energiepolitischen Projekt. Die Stadt hat gemeinsam mit OMV und Energie Steiermark neue Verträge für das zuletzt überraschend gestoppte Geothermieprojekt ausgearbeitet.

Die Vereinbarungen sollen am 21. Mai im Gemeinderat beschlossen werden. Danach könnte das Projekt offiziell neu gestartet werden.

Zuletzt hatte die OMV im oststeirischen Becken umfangreiche seismische Messungen durchgeführt, um das Potenzial für Erdwärme im Raum Graz zu analysieren. Die dabei erhobenen Daten werden derzeit ausgewertet. Bereits im laufenden Jahr könnte eine erste Erkundungsbohrung beginnen.