In aktuellen Unterlagen für die US-Börsenaufsicht SEC schlägt GoPro ungewöhnlich deutliche Töne an. Das Unternehmen weist darin auf „erhebliche Zweifel“ an seiner Fähigkeit hin, den Geschäftsbetrieb langfristig fortzuführen.

Eine solche Warnung gehört zu den schwerwiegendsten Signalen, die ein börsennotiertes Unternehmen an Investoren senden kann.

Um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, prüft das Management nach eigenen Angaben derzeit verschiedene Optionen. Dazu gehören zusätzliche Finanzierungen sowie neue Vereinbarungen mit bestehenden Kapitalgebern. Zu den Optionen die GoPro prüft, zählt auch ein möglicher Verkauf des Unternehmens.

GoPro verzeichnet seit Jahren Verluste

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen nicht überraschend. In den vergangenen Jahren schrieb GoPro tiefrote Zahlen.

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 93,5 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte das Minus sogar bei 432,3 Millionen Dollar gelegen.

Auch die jüngsten Quartalszahlen zeigen keine Trendwende. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel ein. Es summierte sich ein Verlust von knapp 81 Millionen Dollar.

Speicherchips werden zum Kostenproblem

Vor allem die explodierenden Hardwarekosten wirken sich stark negativ auf die Geschäftszahlen aus.

Besonders stark betroffen sind derzeit Speicherchips, die für moderne Kameras unverzichtbar sind. Nach Angaben des Unternehmens sind die Kosten für bestimmte Speicherkomponenten innerhalb kurzer Zeit um 80 % bis 110 % gestiegen.

Für einen Hersteller, dessen Produkte in hohem Maße auf diese Komponenten angewiesen sind, stellt eine solche Entwicklung eine erhebliche Belastung dar.

KI-Rechenzentren treiben die Preise nach oben

Hinter den steigenden Kosten steckt ein globaler Technologietrend. Der massive Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz sorgt weltweit für eine stark steigende Nachfrage nach Halbleitern und Speicherlösungen. Folglich explodieren auch die Preise.