Hunderte Mitarbeiter sind betroffen. Laut KSV1870 handelt es sich gemessen an der Zahl der betroffenen Beschäftigten um die größte Unternehmensinsolvenz Tirols seit rund 15 Jahren.
Millionenforderungen sorgen für heftige Turbulenzen
Am Landesgericht Innsbruck fand am Montag die erste Prüfungstagsatzung im Insolvenzverfahren der Nothegger Transport Logistik GmbH statt. Insgesamt wurden 388 Forderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 36,4 Millionen Euro eingebracht.
Davon wurden vorerst lediglich 15,4 Millionen Euro anerkannt. Der übrige Teil der Forderungen wurde bestritten. Für zahlreiche Gläubiger beginnt damit nun die nächste juristische Auseinandersetzung: Die Frist zur Einbringung entsprechender Feststellungsklagen wurde mit einem Monat festgelegt.
Zusätzlich verschärft wird die Situation dadurch, dass nach Ablauf der Frist weitere Forderungen eingegangen sind, die bislang noch nicht geprüft werden konnten. Diese sollen bei einer späteren nachträglichen Tagsatzung behandelt werden.
Familienunternehmen kämpft ums Überleben
Trotz der dramatischen Zahlen läuft der Geschäftsbetrieb derzeit weiter. Senior-Chef Karl Nothegger hatte bereits im April angekündigt, ein Sanierungsverfahren anstreben zu wollen. Ziel sei es, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.
Knapp 200 Mitarbeiter sind direkt bei Nothegger beschäftigt. Weitere rund 200 Lkw-Fahrer arbeiten über eine Schwestergesellschaft für das Unternehmen.
Um den laufenden Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können, musste kurzfristig zusätzliches Kapital organisiert werden. Laut Angaben des KSV1870 brachte die Familie Nothegger innerhalb kurzer Zeit eine Fortführungskaution in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro auf.
Zusätzlich konnte durch die rasche Veräußerung einer Beteiligung weitere Liquidität von etwa einer Million Euro geschaffen werden.
Gesundheitskasse löste Konkursverfahren aus
Ausgelöst wurde die Insolvenz durch einen Konkursantrag der Österreichischen
Gesundheitskasse. Die ÖGK hatte im März offene Verbindlichkeiten in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro geltend gemacht.
Besonders problematisch erscheint laut KSV1870 die Vermögenslage des Unternehmens. Das vorhandene Vermögen sei im Verhältnis zu den bestehenden Schulden „recht überschaubar“.

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