Besonders auffällig: Fast jeder zweite Krankenstand dauert inzwischen weniger als vier Tage. 44,7 Prozent aller Krankmeldungen sind Kurzkrankenstände – so viele wie noch nie. Für die Gesamtzahl der Fehltage spielen sie allerdings nur eine untergeordnete Rolle und machen lediglich zehn Prozent aller Krankenstandstage aus.
Größte Sorgenkinder sind bekannt
Die größten Sorgenkinder bleiben Erkrankungen der Atemwege sowie Leiden des Bewegungsapparates. Gemeinsam verursachen sie mehr als die Hälfte aller Krankenstände. Besonders Rückenschmerzen entwickeln sich zum Dauerproblem: Rund jeder fünfte erkrankte Arbeitnehmer war 2025 wegen einer Muskel-, Skelett- oder Bindegewebserkrankung krankgeschrieben. Wer davon betroffen ist, fällt im Schnitt gleich 33 Tage aus – fast doppelt so lange wie andere Erkrankte.
Das Kreuz mit dem Kreuz
Vor allem Kreuz- und Lendenschmerzen dominieren das Bild. Fast jeder zweite Krankenstand aus dieser Diagnosegruppe geht auf Rückenbeschwerden zurück. Experten warnen, dass Rückenerkrankungen längst nicht mehr nur körperlich schwer arbeitende Menschen treffen – auch klassische Bürojobs mit stundenlangem Sitzen schlagen sich immer häufiger auf die Wirbelsäule.
Frauen sind öfters betroffen
Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen verbrachten mit durchschnittlich 15,5 Krankenstandstagen rund zehn Prozent mehr Zeit im Krankenstand als Männer (14,1 Tage). Besonders ab dem 50. Lebensjahr steigen Dauer und Häufigkeit der Krankenstände deutlich an.
Psychische Erkrankungen alarmierend
Alarmierend bleibt zudem die Entwicklung bei psychischen Erkrankungen. Zwar machen sie nur knapp drei Prozent aller Krankmeldungen aus, wegen ihrer oft langen Dauer verursachen sie aber bereits fast zwölf Prozent aller Krankenstandstage – Tendenz weiter steigend.
Schaden von 8,8 Milliarden jährlich
Auch wirtschaftlich schlagen die Krankenstände kräftig zu Buche. Allein die direkten Kosten für Lohnfortzahlungen und Krankengeld beliefen sich zuletzt auf rund sechs Milliarden Euro. Rechnet man die Ausfälle für die Wirtschaft hinzu, summiert sich der Schaden auf bis zu 8,8 Milliarden Euro jährlich. Experten sehen deshalb vor allem bei Prävention und Therapie Nachholbedarf. Besonders bei Rückenleiden würden spezialisierte Behandlungen wie Physiotherapie noch viel zu selten genutzt – obwohl gerade eine frühzeitige Behandlung lange Krankenstände verhindern könnte.

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