Im Innenhof einer ehemaligen Molkerei im vierten Bezirk hat das „Offline Oida“ seine Türen geöffnet. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das erste „Digital-Detox-Café“ der Stadt.

Unter der Woche wird der Standort als klassisches Café betrieben, am Wochenende jedoch verändert sich das Konzept grundlegend: Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr gilt hier eine einfache Regel – elektronische Geräte sollen ausgeschaltet bleiben.

Freiwilliger Verzicht statt striktem Verbot

Ganz ohne Zwang funktioniert das Konzept bewusst niederschwellig. Betreiber Christoph Thomann setzt auf Eigenverantwortung statt Kontrolle.

„Viele kommen tatsächlich schon ohne Handy her, was ich auch sehr toll finde“, erklärte er im Gespräch mit dem ORF. Und wer sein Smartphone doch dabeihat, kann es freiwillig in einer Box deponieren. Alternativ wird gebeten, das Gerät zumindest auf lautlos oder in den Flugmodus zu schalten.

Reduziertes Angebot für mehr Fokus

Auch das gastronomische Konzept folgt dieser Philosophie. Statt überladener Speisekarten setzt das Café auf eine bewusst kleine Auswahl. Damit soll nicht nur die Entscheidung erleichtert, sondern auch der Fokus auf das Wesentliche gelenkt werden.

Zusätzlich gibt es eine Leseecke in Kooperation mit der Bücherei Wien sowie analoge Spiele, organisiert vom Spieleklub Paradice Wien. Regelmäßige Spieletage sollen den Austausch unter den Gästen fördern.

Ein klassischer Co-Working-Space ist das „Offline Oida“ bewusst nicht – Arbeiten am Laptop ist hier nicht vorgesehen.

Ein Trend, der sich ausbreitet

Die Idee hinter dem Konzept ist nicht neu, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung. Auch in Deutschland entstehen ähnliche Initiativen.

In Tübingen etwa werden seit Anfang des Jahres regelmäßig sogenannte Offline-Veranstaltungen organisiert. Dort gelten einfache Regeln: Das Smartphone bleibt in der Tasche – und wer möchte, kann sich jederzeit zu anderen Gästen dazusetzen.

Initiatorin Kasia Schumann beschreibt den Hintergrund so: „Das Handy ist für uns ganz oft ein Sicherheitsanker. Und wenn wir uns unwohl fühlen, dann greifen wir zum Handy.“ Genau diesen Reflex wollen die Veranstaltungen durchbrechen.