Österreich ist beim Sprit ein Hochsteuerland – zumindest beim Anteil, den der Staat an jedem Liter abschöpft. Laut EU-Daten liegt der Steuer- und Abgabenanteil hierzulande klar über dem gewichteten EU-Schnitt.
Besonders deutlich zeigt sich das beim Benzin: Ein Liter kostete am 1. Juni durchschnittlich 1,74 Euro. Davon entfielen rund 89 Cent auf Steuern und Abgaben. Das sind 51,1 Prozent.
Im EU-Schnitt sind es 47,0 Prozent.

44,50 Euro Steuer pro Tankfüllung
Noch deutlicher wird die Rechnung an der Zapfsäule.
Wer 50 Liter Benzin tankt, zahlt rund 44,50 Euro nur an Steuern und Abgaben. Dieses Geld landet nicht bei der Tankstelle oder Raffinerie, sondern beim Staat. Für Autofahrer wird damit jede Tankfüllung auch zur Steuerrechnung.
Auch Diesel-Fahrer zahlen kräftig
Auch beim Diesel kassiert der Staat kräftig mit. Ein Liter Diesel kostete laut EU-Daten am 1. Juni durchschnittlich 1,83 Euro. Davon entfielen rund 83 Cent auf Steuern und Abgaben. Das entspricht 45,4 Prozent. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung sind das rund 41,50 Euro.
Auch hier liegt Österreich über dem EU-Schnitt. EU-weit beträgt der Abgabenanteil beim Diesel 41,1 Prozent.
Mineralölsteuer, CO₂-Preis, Mehrwertsteuer
Der Spritpreis besteht aus mehreren Teilen. Zum eigentlichen Produktpreis kommen Mineralölsteuer, CO₂-Bepreisung und Mehrwertsteuer.
Die Mineralölsteuer beträgt laut ÖAMTC regulär 48,2 Cent pro Liter Benzin und 39,7 Cent pro Liter Diesel. Dazu kommt die CO₂-Bepreisung. Sie belastet Benzin und Diesel zusätzlich.
Besonders schwerwiegend: Auf den Gesamtpreis wird auch noch Umsatzsteuer fällig. Damit zahlen Autofahrer nicht nur Steuer auf den Treibstoff, sondern auch auf Steuerbestandteile. Mit anderen Worten: An der Zapfsäule kassiert der Staat mehrfach mit.
Der Trick mit der Mehrwertsteuer
Politisch heikel ist vor allem die Mehrwertsteuer. Mineralölsteuer und CO₂-Bepreisung sind fixe Beträge pro Liter. Die Umsatzsteuer hingegen steigt mit dem Preis. Wird Benzin oder Diesel teurer, kassiert der Staat automatisch mehr mit. Je höher der Literpreis, desto höher die Umsatzsteuer-Einnahmen.
Genau damit wurde die Spritpreisbremse ursprünglich begründet: Staatliche Mehreinnahmen aus der Umsatzsteuer sollten teilweise an die Autofahrer zurückgegeben werden.
Doch die aktuellen Zahlen zeigen: Auch mit Spritpreisbremse bleibt der Abgabenanteil enorm.
Nicht EU-Spitze beim Preis – aber über Schnitt bei Abgaben
Wichtig ist die Unterscheidung: Österreich hat nicht automatisch die höchsten Spritpreise Europas. Beim Endpreis liegt Österreich nicht an der EU-Spitze.
Hoch ist vor allem der Anteil, den der Staat über Steuern und Abgaben abschöpft. Selbst wenn der reine Literpreis nicht ganz oben liegt, bleibt der staatliche Anteil überdurchschnittlich hoch.
Spritpreisbremse nur noch auf Schmalspur
Die Spritpreisbremse sollte Autofahrer entlasten. Doch von der ursprünglichen Maßnahme bleibt seit Juni nur noch eine Mini-Version.
Die Mineralölsteuer wird nur noch um 1,7 Cent pro Liter gesenkt. Die bisherige Margenbegrenzung fällt weg. Bis Ende August müssen Tankstellen lediglich Preisrückgänge bei internationalen Notierungen weitergeben.
Für Autofahrer bleibt daher die entscheidende Frage: Wie viel Entlastung kommt wirklich an?
Autofahrer als Melkkuh?
Während in der Politik über Ölkonzerne, Tankstellen und Weltmarktpreise diskutiert wird, zeigt der Blick auf die Steuerrechnung: Der Staat sitzt bei jeder Tankfüllung mit an der Kassa.
Bei Benzin geht mehr als jeder zweite Euro an Steuern und Abgaben. Bei Diesel ist es fast jeder zweite Euro. Dadurch wird jede Fahrt zur Arbeit, jeder Einkauf, jeder Wochenendausflug nur noch teurer. Vor allem Pendler, Familien und Menschen am Land spüren das – weil sie einen ausgabefreudigen Staat gleich mitfinanzieren.

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