Ein besonders brisanter Fall betrifft eine ukrainische Staatsbürgerin, die in Österreich Grundversorgung bezog. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) gegenüber 5 Minuten berichtete, verschwieg sie bei der Antragstellung eine laufende Pensionszahlung aus der Ukraine. Erst im Zuge einer Kontrolle flog der Betrug auf – nach rund zwei Jahren.
Laut BKA hätte die Leistung bei Bekanntwerden der Pension zumindest teilweise gestrichen werden müssen. Die genaue Schadenssumme blieb zwar offen, klar ist aber: Der Staat wurde über längere Zeit unrechtmäßig belastet.
Illegale Einnahmen neben Mindestsicherung
Ein weiterer Fall zeigt, wie parallel zur staatlichen Unterstützung illegale Einkünfte erzielt wurden. Die tschechische Staatsbürgerin bezog über drei Jahre hinweg Mindestsicherung – während sie gleichzeitig Wohnungsprostitution betrieb. Dabei soll sie monatlich mindestens 1.000 Euro verdient haben.
Aufgedeckt wurde der Fall im Zuge von Drogenermittlungen. Eine Kontoflussanalyse brachte schließlich den Beweis für gewerbsmäßigen Sozialbetrug. Der Schaden: rund 50.000 Euro.
Dreister Fall aus Niederösterreich
Noch drastischer ist ein Fall aus Niederösterreich: Ein 34-Jähriger soll Sozialleistungen in Höhe von mindestens 255.000 Euro erschlichen haben. Der Mann habe über Jahre hinweg eine körperliche Beeinträchtigung vorgetäuscht, um Zahlungen zu erhalten.
Wie die APA berichtete, konnten Ermittler jedoch nachweisen, dass der Beschuldigte erwerbstätig war und sogar einen Wohnsitz im Ausland hatte. Ein Teilgeständnis liegt vor, der Mann wurde bereits in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.
Millionen-Schäden und tausende Anzeigen
Die aktuellen Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems: Laut BKA wurden im Jahr 2025 insgesamt 6.062 Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrugs erstattet. Der dabei aufgedeckte Schaden beläuft sich auf rund 22,9 Millionen Euro.
Wie MeinBezirk berichtete, ist das ein massiver Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren – 2016 waren es noch lediglich 472 Fälle. Besonders auffällig: Rund 43 Prozent aller Anzeigen entfallen auf Wien.
Innenminister Gerhard Karner betont, dass strengere Kontrollen eine zentrale Rolle spielen: „Die Aufklärung steigt weiter und damit wird das Netz zur Bekämpfung stetig dichter.“
Behörden erhöhen Druck
Die hohe Zahl an Fällen ist laut Experten auch darauf zurückzuführen, dass Sozialbetrug ein sogenanntes Kontrolldelikt ist – je mehr geprüft wird, desto mehr Fälle werden entdeckt. Gleichzeitig werden die Betrugsmuster komplexer und zunehmend international vernetzt.
Wie MeinBezirk weiter berichtete, hat die Taskforce „Solbe“ seit ihrer Einrichtung bereits einen Schaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt. Für 2026 planen die Behörden eine weitere Verschärfung der Maßnahmen.

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