Der Solarboom in Österreich hält an. Immer mehr Haushalte und Betriebe installieren Photovoltaik-Anlagen, die Zahl liegt bereits bei über 165.000. Allein im vergangenen Jahr kamen laut Branchenangaben mehr als 20.000 neue Anlagen dazu. Doch mit dem starken Ausbau wächst auch ein Problem: Der Strom findet nicht immer Abnehmer.
„Es wird zunehmend schwieriger, Abnehmer für PV-Strom zu finden“, sagt Gerhard Röthlin, Vorstand der staatlichen Abwicklungsstelle für Ökostrom, in einem Interview mit Selektiv. Vor allem kleinere Erzeuger seien davon betroffen. Seine Organisation biete ihnen deshalb einen „sicheren Hafen“ für die Einspeisung.
Überangebot zu Mittag drückt die Preise
Ein zentraler Grund ist die gleichzeitige Einspeisung vieler Anlagen. Besonders rund um die Mittagszeit entsteht ein Überangebot am Markt. Die Folge: Die Preise sinken – teilweise sogar ins Negative.
Auch das bestätigt die Branche. Laut OeMAG-Vorstand Horst Brandlmaier können dabei negative Deckungsbeiträge entstehen. Diese würden über Fördermechanismen ausgeglichen.
Fördersystem fängt Verluste ab
Wörtlich erklärte Brandlmaier in Selektiv: Wenn Verluste entstehen, würden diese über die Förderpauschale „sozialisiert“. Das gelte sowohl für geförderte Tarife als auch für Marktpreiseinspeisung.
Gleichzeitig betont er einen Unterschied zu privaten Stromhändlern: Verträge mit Einspeisern würden nicht einseitig gekündigt.
Ausbau bleibt hoch
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach neuen Anlagen stabil. 2025 wurden rund 35.000 Förderverträge für Photovoltaik abgeschlossen.
Auch beim nächsten Fördercall wird mit anhaltend großem Interesse gerechnet.
Speicher als mögliche Entlastung
Als mögliche Lösung gelten Batteriespeicher. Laut Röthlin könnten sie helfen, die starken Mittagsspitzen zu reduzieren. Allerdings seien sie vor allem in Kombination mit bestehenden PV-Anlagen sinnvoll.
Brandlmaier warnt zudem vor unkoordinierten Lösungen: Ohne Einbindung ins System könnten zusätzliche technische Probleme entstehen.

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