Experten halten es für möglich, dass die deutsche Teuerungsrate im April erstmals seit Ende 2023 wieder die Marke von 3 % überschritten hat. Die Folgen sind längst spürbar – nicht nur in Statistiken, sondern direkt im Leben der Menschen.
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL/ntv zeigt, wie stark die Belastung bereits ist: 58 % der Befragten geben an, ihren Alltag aufgrund steigender Preise eingeschränkt zu haben. Lediglich 41 % sehen bislang keinen größeren Anpassungsbedarf.
Die Erhebung, für die zwischen dem 24. und 27. April 2026 insgesamt 1.005 Personen befragt wurden, offenbart ein klares Bild: Sparen ist längst kein Randphänomen mehr, sondern betrifft breite Teile der Gesellschaft. Besonders stark reagieren jüngere Menschen unter 30 Jahren sowie Haushalte mit niedrigerem Einkommen.
Freizeit, Konsum, Alltag – überall wird gekürzt
Wer sparen muss, spart nicht punktuell – sondern umfassend. Besonders häufig fällt der Rotstift beim Essengehen: 76 % der Betroffenen verzichten hier als Erstes. Doch auch größere Anschaffungen und selbst alltägliche Ausgaben geraten zunehmend unter Druck.
69 % reduzieren ihre Ausgaben für neue Produkte, ebenso viele sparen bei Lebensmitteln. 65 % geben an, weniger Geld für Kraftstoff auszugeben. Darüber hinaus schränken sich viele auch bei Energie, Urlaub und Freizeit ein: 59 % sparen beim Energieverbrauch, 57 % beim Reisen und 55 % bei Freizeitaktivitäten.
Auto bleibt stehen: Mobilitätsverhalten verändert sich
Besonders deutlich zeigt sich der Spareffekt auch beim Thema Mobilität. Die steigenden Kraftstoffpreise führen dazu, dass viele Menschen ihr Fahrverhalten überdenken. 31 % der Nutzer von Benzin- oder Dieselautos fahren derzeit seltener als noch vor wenigen Wochen. Für 68 % hat sich hingegen bislang nichts verändert.
Doch hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich klare Unterschiede: In Haushalten mit weniger als 2.500 Euro Nettoeinkommen verzichten 44 % häufiger auf das Auto. Bei Einkommen über 4.000 Euro sind es dagegen nur 24 %.

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