Am Bodensee steht ein weiterer Maschinenbauer vor einer ungewissen Zukunft. Die ENGMATEC GmbH aus Radolfzell im Landkreis Konstanz.
Das Gericht hat die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Ziel dieses Verfahrens ist es, das Unternehmen unter eigener Führung zu restrukturieren, ohne den Geschäftsbetrieb vollständig einzustellen. Unterstützt wird die Geschäftsleitung dabei durch den Sanierungsexperten Marc-Philippe Hornung von der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz, der als zusätzlicher Geschäftsführer eingesetzt wurde.
Parallel dazu wurde Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei GRUB BRUGGER zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er überwacht den Prozess im Interesse der Gläubiger. Für die Belegschaft gibt es zumindest kurzfristig eine gewisse Absicherung: Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gedeckt. Der operative Betrieb wird fortgeführt, während im Hintergrund an einem Sanierungskonzept gearbeitet wird.
Vom Spezialisten zum Sanierungsfall
Die ENGMATEC GmbH wurde 1994 gegründet und entwickelte sich aus einem kleinen Betrieb mit 14 Mitarbeitern zu einem spezialisierten Anbieter von Prüfgeräten und Montageanlagen für elektronische Baugruppen. Heute beschäftigt das Unternehmen allein am Standort Radolfzell rund 150 Menschen.
Doch die Rahmenbedingungen haben sich zuletzt deutlich verschlechtert. Seit 2025 belastet eine schwache konjunkturelle Entwicklung das Geschäft. Kunden reduzieren ihre Aufträge, verschieben Investitionen oder streichen Projekte vollständig. Hinzu kommen hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie in Deutschland.
Maschinenbau unter Druck: Kein Einzelfall
Die Probleme von ENGMATEC stehen exemplarisch für eine Branche, die sich derzeit in einem schwierigen Umfeld bewegt. Neben der Automobilindustrie gehört der Maschinenbau zu den Sektoren, die besonders sensibel auf konjunkturelle Schwankungen reagieren.

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