Österreichs Pleitestatistik verharrt auf Rekordniveau – und ein Blick auf die Wirtschaftsleistung macht es noch düsterer. Während ein argentinischer Reformminister in Wien erklärt, wie Deregulierung Wohlstand schafft, drückt sich Österreich weiter vor Reformen.
Österreichs Pleite-Statistik bleibt auf Rekordniveau – und die Lage könnte noch schlimmer werden. Laut Prognose des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) werden heuer rund 7.700 Firmeninsolvenzen erwartet. Besonders alarmierend: Immer mehr Unternehmen gehen pleite, ohne dass überhaupt genug Vermögen für ein reguläres Verfahren da wäre.

Konkret rechnet der AKV für 2026 mit rund 4.100 eröffneten Insolvenzverfahren – nach dem Rekordjahr 2025 mit 4.189. Dazu kommen rund 3.600 sogenannte Abweisungen mangels Masse: Diese Betriebe sind so blank, dass nicht einmal die Verfahrenskosten gedeckt werden können. 2022 waren es noch knapp 1.970 solcher Fälle – seitdem hat sich die Zahl fast verdoppelt.
Bau, Handel, Gastronomie – und jetzt auch Automotive
Besonders hart trifft es laut AKV zum ersten Quartal 2026 die klassischen Problemsektoren Bau, Handel und Gastronomie. Neu hinzugekommen sind Produktionsbetriebe im Automobilbereich – ein Sektor, der lange als stabil galt und nun unter dem Druck der Transformation ächzt.
Österreich: Wirtschaftlich auf dem Niveau von vor acht Jahren
Während die Insolvenzen steigen, stagniert die Gesamtwirtschaft. Das zeigt auch eine Auswertung der Agenda Austria auf Basis von EU-Kommissionsdaten – visualisiert in ihrem aktuellen Newsletter.

Österreichs BIP pro Kopf wird laut Prognose erst 2027 wieder das Niveau von 2019 erreichen. Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera kommentiert das schonungslos: „Österreich tritt wirtschaftlich seit Jahren auf der Stelle. Das ist ein klares Warnsignal dafür, dass sich die Regierungen seit Jahren vor Reformen drücken. Das kostet Wohlstand.”
Was Argentinien besser macht
Wie Reformen tatsächlich aussehen können, zeigte Federico Sturzenegger, Mileis Minister für Deregulierung, kürzlich bei einem Vortrag auf Einladung der Agenda Austria in Wien. Sein Team habe mit nur sieben Personen und null Budget das gesamte argentinische Rechtssystem durchforstet und 15.000 überflüssige Regulierungen gestrichen. „Jede Regulierung ist ein Angriff auf Eigentum”, sagte Sturzenegger vor dem Wiener Publikum. Das Ergebnis in Argentinien: Wirtschaftswachstum von 6,6 Prozent im ersten Jahr, Armutsrate von 52 auf 29 Prozent gesenkt.

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