Lieferzeiten explodieren bei Elektronik-Bauteilen
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung derzeit bei Leiterplatten, die als zentrale Komponenten in nahezu allen elektronischen Geräten verbaut werden.
Normalerweise lagen die Lieferzeiten für Leiterplatten bei etwa zwölf bis vierzehn Wochen. Inzwischen müssen Unternehmen teilweise doppelt so lange warten.
Die Ursachen liegen in globalen Lieferketten, die stark miteinander verflochten sind. Viele elektronische Komponenten werden heute fast ausschließlich in Asien gefertigt. Dort wiederum sind Hersteller auf Rohstoffe und Vorprodukte aus dem Nahen Osten angewiesen.
Durch die geopolitischen Spannungen und die Auswirkungen des Iran-Kriegs geraten diese Versorgungsketten zunehmend ins Stocken.
Europa kaum noch eigenständig bei Elektronik
Für die heimische Industrie ist das besonders problematisch, weil Europa in vielen Bereichen kaum noch über eigene Produktionskapazitäten verfügt.
Stephan Preishuber, Branchensprecher der Elektrotechniker in Oberösterreich, spricht von einer nahezu vollständigen Abhängigkeit vom Ausland. Selbst bei alltäglichen Konsumgütern gebe es kaum noch europäische Hersteller, die sämtliche Komponenten selbst fertigen könnten.
Besonders drastisch sei die Situation etwa bei Fernsehern. Laut Preishuber existiere in Europa praktisch kein Unternehmen mehr, das solche Geräte vollständig selbst produzieren.
Reparaturen werden plötzlich wieder attraktiv
Durch die langen Wartezeiten verändert sich inzwischen auch das Verhalten vieler Kunden. Elektrotechnik-Betriebe gehen davon aus, dass Reparaturen künftig wieder deutlich stärker nachgefragt werden.
Wenn neue Geräte oder Ersatzteile nicht kurzfristig verfügbar sind, könnten sich Reparaturen wirtschaftlich wieder lohnen – selbst bei Produkten, die bislang häufig einfach ersetzt wurden.

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