Im April fiel das ifo-Beschäftigungsbarometer auf 91,3 Punkte, nachdem es im März noch bei 93,4 lag. Damit markiert der Indikator den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Für die Forscher ist die Entwicklung eindeutig: Die Zahl der geplanten Entlassungen übersteigt inzwischen die der Neueinstellungen.
Was besonders auffällt: Der Stellenabbau ist kein isoliertes Phänomen einzelner Sektoren, sondern zieht sich durch nahezu die gesamte Wirtschaft. In der Industrie verschlechterte sich die Lage spürbar weiter. Doch auch der Groß- und Einzelhandel sieht sich gezwungen, Personalpläne nach unten zu korrigieren.
Selbst der Dienstleistungssektor, lange Zeit eine stabile Säule des Arbeitsmarkts, zeigt deutliche Schwäche.
Kostenexplosion trifft Logistik und Tourismus
Besonders stark unter Druck stehen Branchen, die unmittelbar von globalen Entwicklungen abhängig sind. In der Logistik machen sich die gestiegenen Kraftstoffpreise bemerkbar – nicht zuletzt infolge geopolitischer Spannungen rund um den Iran. Höhere Kosten schlagen hier direkt auf die Margen durch und zwingen Unternehmen zu Anpassungen bei den Personalkapazitäten.
Auch der Tourismussektor bleibt nicht verschont. Steigende Preise, Unsicherheit bei den Verbrauchern und eine insgesamt schwächere Nachfrage führen dazu, dass Betriebe ihre Beschäftigtenzahlen überprüfen und teilweise reduzieren.
Lieferketten geraten erneut ins Wanken
Parallel zur angespannten Arbeitsmarktlage verschärft sich – ebenfalls primär vor dem Hintergrund geopolitischer Verwerfungen – ein weiteres Problem: die Versorgung mit Vorprodukten. Eine weitere aktuelle Umfrage des Ifo-Institut zeigt, dass die Situation sich innerhalb weniger Monate deutlich verschlechtert hat.
Im April meldeten 13,8 % der Industrieunternehmen Engpässe bei Materialien – ein deutlicher Anstieg gegenüber 5,8 % im Januar. Die Einschätzung der Forscher ist eindeutig: „Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck.“
Besonders betroffen sind energieintensive Branchen. In der chemischen Industrie berichten bereits 31,1 % der Unternehmen von Materialmangel. Auch Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren verzeichnen mit 22,9 % einen spürbaren Anstieg.

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