Der aktuelle Bericht der KMU Forschung Austria deutet zwar erste Anzeichen einer Stabilisierung an, doch von einer nachhaltigen Erholung kann noch keine Rede sein.

Weniger Umsatz, höhere Kosten: Betriebe geraten in die Zange

Für viele Unternehmen zeichnet sich dem Bericht nach, folgende Entwicklung ab: Die Einnahmen sinken, während gleichzeitig Ausgaben für Personal, Energie und Materialien spürbar anziehen. Diese Kombination bringt zahlreiche Betriebe in eine schwierige Lage.

Kleine Aufträge brechen weg – Nachfrage bleibt schwach

Besonders betroffen sind jene Betriebe, die auf eine Vielzahl kleinerer Aufträge angewiesen sind. Sobald Konsumenten ihre Ausgaben reduzieren, wirkt sich das unmittelbar auf diese Unternehmen aus.

Doch auch größere Gewerbebetriebe spüren zunehmend die Folgen der schwachen Nachfrage. Bestehende Projekte sichern zwar noch kurzfristig die Auslastung, doch neue Aufträge werden seltener vergeben.

Insolvenzen nehmen zu: Ein Beispiel aus der Praxis

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein aktueller Fall aus Kärnten. In Spittal an der Drau musste der Friseur- und Perückenmacherbetrieb W.U.SCH Insolvenz anmelden. Das Unternehmen, das erst 2023 gegründet wurde, sah sich mit einer Überschuldung von 114.000 Euro konfrontiert. Insgesamt sind 26 Gläubiger sowie acht Mitarbeiter in Kärnten und vier weitere am Standort in Oberösterreich betroffen. Beide Standorte sollen geschlossen werden. Das Insolvenzverfahren wurde am Landesgericht Klagenfurt eröffnet, wie der Alpenländische Kreditorenverband und der Kreditschutzverband von 1870 mitteilten.

Kostenexplosion trifft auf begrenzte Preissetzungsmacht

Ein zentrales Problem liegt in den steigenden Materialkosten. Viele Betriebe können diese Belastung nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben. Die Folge: sinkende Margen und wachsender wirtschaftlicher Druck.

Vor diesem Hintergrund werden Forderungen nach Entlastung lauter. Vor allem im Bereich der Bürokratie sehen viele Unternehmen Verbesserungspotenzial. Schnellere Genehmigungsverfahren – insbesondere bei Bauprojekten – sowie geringere Steuer- und Abgabenlasten gelten als zentrale Hebel, um die Situation zu entschärfen.

Zwischen Vorsicht und Zuversicht: Betriebe halten an Personalplänen fest

Trotz der angespannten Lage zeigt sich: Viele Unternehmen planen laut Medienberichten weiterhin, Mitarbeiter einzustellen. Dies deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der Betriebe langfristig an eine Stabilisierung glaubt – auch wenn die aktuelle Situation schwierig bleibt.