Die BBC hatte Mitte der Woche auf ihrer eigenen Plattform angekündigt, die Belegschaft deutlich zu reduzieren. Von den aktuell rund 21.500 Beschäftigten könnten bis zu 2.000 ihren Arbeitsplatz verlieren.

Interims-Generaldirektor Rhodri Talfan Davies bezeichnete die geplanten Maßnahmen als „wirklich schwierige Nachricht“. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass auch ganze Programme oder Dienste eingestellt werden könnten.

Gewerkschaften reagieren mit deutlicher Sorge und warnen vor möglichen Auswirkungen auf die Qualität des Angebots.

Teil eines umfassenden Sparprogramms

Die angekündigten Kürzungen sind Teil eines größeren Plans, die Ausgaben in den kommenden drei Jahren um rund zehn Prozent zu reduzieren. Insgesamt sollen Einsparungen von etwa 500 Millionen Pfund (rund 575 Millionen Euro) erzielt werden – bei einem Gesamtbudget von rund fünf Milliarden Pfund.

Der Großteil dieser Einsparungen wird insbesondere in den Jahren 2027 und 2028 erwartet. Bereits in der Vergangenheit hatte der Sender mehrfach Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu senken. Der aktuelle Schritt gilt jedoch als einer der tiefgreifendsten Einschnitte seit fast 15 Jahren.

Rückläufige Einnahmen belasten den Sender

Ein zentrales Problem liegt auf der Einnahmenseite. Die BBC finanziert sich maßgeblich über Rundfunkgebühren, die jeder Haushalt in Großbritannien entrichten muss. Aktuell beläuft sich dieser Beitrag auf knapp 210 Euro pro Jahr.

In den vergangenen Jahren sind diese Einnahmen jedoch real um 24 Prozent gesunken – eine Entwicklung, die den finanziellen Spielraum deutlich einschränkt.

Hinzu kommt, dass die konservative Vorgängerregierung Beitragserhöhungen zeitweise ausgesetzt hatte. Zudem wurde diskutiert, das bisherige Modell vollständig abzuschaffen und durch ein abonnementbasiertes System nach dem Vorbild von Streamingdiensten zu ersetzen.

Mit der aktuellen Labour-Regierung laufen Gespräche über mögliche Anpassungen, doch konkrete Ergebnisse stehen noch aus.

Politischer und rechtlicher Druck wächst

Zusätzlich sorgt eine Klage von Donald Trump für weiteren Druck. Der US-Präsident fordert mindestens zehn Milliarden US-Dollar Schadenersatz im Zusammenhang mit einer Dokumentation, in der Ausschnitte einer Rede aus dem Jahr 2021 verwendet wurden. Die BBC weist die Vorwürfe zurück und bereitet sich auf eine juristische Auseinandersetzung vor.