Mohamed Kande, Global Chairman von PwC, zeichnet ein optimistisches Bild der technologischen Transformation. Unternehmen, die Künstliche Intelligenz umfassend einsetzen, würden nicht weniger, sondern mehr Personal benötigen, erklärte er kürzlich auf der Technologiekonferenz VivaTech in Paris.
KI verleihe Mitarbeitern gewissermaßen „Superkräfte“, so Kande. Die Technologie steigere die Produktivität und ermögliche neue Tätigkeitsfelder.
Doch nahezu zeitgleich kündigte sein eigenes Unternehmen an, die Zahl der Neueinstellungen für Berufseinsteiger in den Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren um rund 35 Prozent zu reduzieren. Der scheinbare Widerspruch verdeutlicht, wie differenziert die Auswirkungen der KI-Revolution tatsächlich ausfallen.
Unternehmen wachsen – aber nicht alle profitieren
Auf den ersten Blick scheinen die Daten den Optimismus der KI-Befürworter zu bestätigen. Das „Global Jobs Barometer 2026“ von PwC, das weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen ausgewertet hat, kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis.
Unternehmen, die stark auf Künstliche Intelligenz setzen, steigerten ihre Beschäftigtenzahlen seit 2018 um 52 Prozent. Unternehmen mit geringerer KI-Exposition wuchsen dagegen lediglich um 36 Prozent.
Auch bei den Gehältern zeigen sich deutliche Unterschiede. In stark KI-geprägten Branchen stiegen die Löhne um durchschnittlich 24 Prozent, in anderen Bereichen lediglich um 17 Prozent. Die Botschaft scheint eindeutig: Unternehmen, die früh auf KI setzten, entwickelten sich dynamischer und zahlen höhere Gehälter.
Die Verlierer der Entwicklung: Berufseinsteiger
Gerade Berufseinsteiger stehen jedoch zunehmend vor Herausforderungen. Nach Angaben des Global Jobs Barometer stagnieren oder schrumpfen viele Tätigkeiten mit hoher KI-Exposition, die bislang als klassische Berufseinsteigerpositionen galten. Zwischen 2019 und 2025 ging die Zahl solcher Stellen weltweit um rund zehn Prozent zurück.
Gleichzeitig nahm die Nachfrage nach anspruchsvolleren Tätigkeiten deutlich zu. Positionen, die ein breiteres Kompetenzprofil und zusätzliche Qualifikationen verlangen, legten im selben Zeitraum um 35 Prozent zu.
Mehr Verantwortung vom ersten Arbeitstag an
In der Praxis bedeutet diese Entwicklung, dass Berufseinsteiger deutlich höhere Anforderungen erfüllen müssen.
Von jungen Mitarbeitern wird zunehmend erwartet, nicht nur einzelne Aufgaben auszuführen, sondern Prozesse zu überwachen, Ergebnisse zu bewerten, Risiken einzuschätzen und früh Verantwortung in Projekten zu übernehmen.
Künstliche Intelligenz übernimmt dabei insbesondere standardisierte Routinetätigkeiten – also genau jene Aufgaben, die bislang häufig als Einstieg in viele Berufe dienten.

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