Das von Sebastian Kurz mitgegründete KI und Cybersicherheitsunternehmen DREAM hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. In der Series C Runde sammelte das Unternehmen 260 Millionen US Dollar, umgerechnet rund 225 Millionen Euro, ein. Damit steigt die Bewertung von DREAM nach eigenen Angaben auf drei Milliarden US Dollar.
Angeführt wird die Finanzierungsrunde von den Investmentgesellschaften Bicycle Capital und Group 11. Auch Bain Capital, Tru Arrow Partners des britischen Investors James Rothschild, der norwegische Fonds Antler und weitere internationale Investoren beteiligten sich.
DREAM ist derzeit in Europa, im Nahen Osten und in Südostasien tätig. Mit dem neuen Kapital will das Unternehmen seine internationale Expansion weiter beschleunigen. Aktuell beschäftigt DREAM rund 350 Mitarbeiter an den Standorten Wien, Tel Aviv und Abu Dhabi.

KI für Staaten und kritische Infrastruktur
Das Unternehmen entwickelt KI Systeme für Regierungen und Betreiber kritischer Infrastruktur. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte digitale Souveränität. Staaten sollen sensible Daten und zentrale KI Systeme selbst besitzen, betreiben und kontrollieren können, anstatt sich vollständig von ausländischen Anbietern abhängig zu machen.
DREAM bietet dafür drei zentrale Produkte an. „Atlas“ soll große Mengen sensibler Daten verknüpfen und strukturieren, um staatliche Entscheidungen zu unterstützen. „Sphere“ führt unterschiedliche Daten und Signale zu einem umfassenden System für die Cyberabwehr zusammen. „Hero“ soll bislang unbekannte Sicherheitslücken erkennen, bevor diese von Angreifern ausgenutzt werden können.
„Die entscheidende Frage für Staaten ist nicht mehr, ob sie Künstliche Intelligenz einsetzen werden, sondern ob sie diese auch besitzen, betreiben und vollständig kontrollieren“, erklärte Sebastian Kurz, Mitgründer und Präsident von DREAM. Andernfalls würden sich Staaten in eine kritische Abhängigkeit von Ländern wie China oder den USA begeben.
„Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert Souveränität“
Auch DREAM Chef und Mitgründer Shalev Hulio sieht die Kontrolle über KI Systeme als zentrale Frage staatlicher Handlungsfähigkeit.
„Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner staatlichen Souveränität“, erklärte Hulio. So wie es undenkbar sei, die Kontrolle über Verteidigung, kritische Infrastruktur oder die innere Sicherheit aus der Hand zu geben, werde es künftig ebenso undenkbar sein, keine vollständige Kontrolle über die eigenen KI Systeme zu haben.
Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz habe sich auch die Bedrohungslage in der Cybersicherheit grundlegend verändert. „Herkömmliche Systeme können keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Nur durch den konsequenten Einsatz von KI auch in der Cyberabwehr ist ein Schutz auch in der Zukunft möglich“, so Hulio.
Rasantes Wachstum seit 2023
DREAM wurde im Jänner 2023 von Sebastian Kurz, dem früheren NSO-Group-Gründer Shalev Hulio und dem KI-Experten Gil Dolev gegründet. Kurz nach der Gründung erhielt das Unternehmen zunächst Finanzierungen über 20 und 34 Millionen US-Dollar.
Im Februar 2025 erreichte DREAM nach einer Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar erstmals eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar. Mit der nun abgeschlossenen Series-C-Runde hat sich die Bewertung innerhalb von etwas mehr als einem Jahr verdreifacht.

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