Seit Anfang der Woche können sich Interessierte bei der Bildungsdirektion bewerben – und die Zahlen sprechen für sich: Rund 2.100 Positionen sind aktuell in Wien ausgeschrieben. Damit liegt der Lehrermangel deutlich über allen anderen Bundesländern.
Österreichweit summiert sich der Bedarf auf mehr als 6.500 Stellen – ein Wert, der sogar leicht über dem Vorjahr liegt. Schon 2025 zeigte sich die angespannte Lage: Um den Unterricht aufrechtzuerhalten, griff man verstärkt auf Quereinsteiger und Studenten zurück.
Besonders große Lücken in Schlüsselbereichen
Der Bedarf konzentriert sich nicht gleichmäßig auf alle Bereiche. Vor allem an Volksschulen und im sonderpädagogischen Bereich fehlen besonders viele Lehrkräfte.
Auch in klassischen Mangelfächern wie Mathematik und den Naturwissenschaften ist die Situation besonders angespannt. Hinzu kommt ein oft übersehener Bereich: Im Fach Bewegung und Sport – insbesondere für Mädchen – bleiben viele Stellen unbesetzt.
Bewerbungsphase läuft – aber mit Einschränkungen
Die aktuelle Bewerbungsrunde läuft bis zum 8. Mai und umfasst sämtliche Schultypen. Interessierte können sich für mehrere Schulen gleichzeitig bewerben. Die Zuteilung erfolgt anschließend je nach Bedarf und Dringlichkeit.
Für Bewerbungen an Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Höheren Schulen gelten jedoch strengere Regeln: Wer eine angebotene Stelle ablehnt, wird automatisch auch für andere Optionen ausgeschlossen. Bewerber müssen ihre Auswahl daher sorgfältig treffen.
Zugangshürden werden gelockert
Grundsätzlich ist für den Lehrerberuf ein abgeschlossenes Lehramtsstudium erforderlich. Doch angesichts des akuten Mangels wird diese Voraussetzung zunehmend flexibilisiert.
Wenn nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen, können auch erneut Studenten oder Personen mit anderen Studienabschlüssen eingesetzt werden.
Für Berufsschulen gelten wiederum eigene Kriterien: Hier sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens drei Jahre praktische Erfahrung notwendig. Wer Religionsunterricht erteilen möchte, muss zusätzlich eine Genehmigung des jeweiligen kirchlichen Schulamts einholen.
Fokus auf Vorarlberg: Mangel kein reines Wien-Problem
Auch in Vorarlberg ist der Lehrermangel erdrückend, Hier sind heuer etwa 514 Voll- und Teilzeitstellen ausgeschrieben – deutlich mehr als im Vorjahr mit 474 Positionen.
Allerdings relativiert sich diese Zahl teilweise: Viele der ausgeschriebenen Stellen umfassen nur wenige Wochenstunden und können von einzelnen Lehrkräften kombiniert werden.
Der größte Personalbedarf zeigt sich klar im Pflichtschulbereich. Allein an Mittelschulen sind 154 Stellen offen, an Volksschulen weitere 118. Doch auch höhere Schulen kämpfen mit Engpässen: 143 offene Positionen an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) und 75 an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) unterstreichen die Breite des Problems.
Weitere Bedarfe bestehen unter anderem an wirtschaftlichen Lehranstalten (49 Stellen), kaufmännischen Schulen (40), Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (25) sowie technischen Lehranstalten (29).

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