Die steirische Logistikdrehscheibe profitiert von der zunehmenden Verlagerung von Warenströmen auf die Schiene und der wachsenden Bedeutung südlicher Transportkorridore. Doch der Erfolg bringt neue Herausforderungen mit sich.

Graz wird zur Schlüsselrolle im europäischen Warenverkehr

Mit seiner strategischen Lage entwickelt sich der Cargo Terminal Graz zunehmend zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für den kombinierten Güterverkehr in Mitteleuropa. Vor allem die wachsende Bedeutung der Adriahäfen und neuer internationaler Lieferketten verschafft dem Standort zusätzliche Dynamik.

Bereits vor wenigen Jahren hatten Experten einen deutlichen Anstieg der Transportmengen prognostiziert. Auf Basis dieser Erwartungen wurde die Terminalkapazität erweitert. Mit der Inbetriebnahme des neuen Terminalbereichs B im Herbst 2024 sollte ausreichend Spielraum für künftiges Wachstum geschaffen werden. Die Realität entwickelte sich jedoch noch dynamischer als erwartet.

Rekordnachfrage sorgt für Engpässe

Die aktuellen Warenströme übertreffen die ursprünglichen Planungen deutlich. Vor allem im Containerverkehr steigt das Aufkommen wesentlich schneller als prognostiziert. Dadurch geraten technische Anlagen und logistische Abläufe zunehmend an ihre Belastungsgrenzen.

Besonders herausfordernd sind einzelne Tage mit außergewöhnlich hohen Lkw-Anlieferungen. Teilweise treffen innerhalb kurzer Zeit Warenmengen ein, die dem Volumen mehrerer Ganzzüge entsprechen. In solchen Situationen entstehen Rückstaus, die den reibungslosen Betrieb erschweren.

Betreiber reagieren mit Sofortmaßnahmen

Um die Leistungsfähigkeit des Standorts zu sichern, wurden bereits zahlreiche Optimierungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören Anpassungen bei der Verkehrssteuerung, verbesserte Abläufe bei der Abfertigung sowie eine gezieltere Koordination der Anlieferungen.

In Spitzenzeiten wird die Annahme von Lkw zeitweise begrenzt oder kurzfristig unterbrochen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen und die planmäßige Abwicklung der Güterzüge sicherzustellen.

Die Steiermärkischen Landesbahnen, die gemeinsam mit weiteren Partnern den Betrieb verantworten, arbeiten nach eigenen Angaben intensiv an zusätzlichen Verbesserungen.

Weitere Ausbauprojekte bereits in Vorbereitung

Geplant sind für die nächste Zukunft weitere Erweiterungen der Umschlagsflächen, zusätzliche Vorstaubereiche für den Straßenverkehr sowie neue Kapazitäten für die Verladung von Containern. Parallel dazu soll auch die übergeordnete Schieneninfrastruktur weiter ausgebaut werden.