Doch der Aufschwung ist kein Selbstläufer – steigende Energiepreise und regulatorischer Druck stellen das Wachstum auf die Probe.
voestalpine liefert nun vermehrt hochspezialisierte Komponenten wie Nickelbasislegierungen und Schmiedeteile, die in Triebwerken und Fahrwerken moderner Verkehrsflugzeuge verbaut werden. Ein wesentlicher Teil der Bestellungen – die sich auf rund eine Milliarde Euro belaufen – stammt vom Flugzeugbauer Airbus.
Die Bauteile finden sich in Modellen der A320-, A330- und A350-Familie wieder – in Flugzeugen, die weltweit im Einsatz sind. Neben der Fertigung umfasst der Auftrag auch logistische Leistungen entlang der Lieferkette. Die Einsatzbereiche der Produkte sind breit gefächert: Sie werden in Rumpfstrukturen, Antriebssystemen und Fahrwerken integriert – zentrale Elemente jeder Maschine.
Produktion zwischen Steiermark und Brasilien
Gefertigt wird ein Großteil der Komponenten in Österreich. Die Standorte Kapfenberg und Mürzzuschlag in der Steiermark spielen dabei eine zentrale Rolle. In Kapfenberg entstehen hochfeste Schmiedeteile aus Titan- und Nickellegierungen, während in Mürzzuschlag spezialisierte Bleche für die Luftfahrtindustrie produziert werden.
Ergänzt wird die Produktion durch die brasilianische Tochtergesellschaft, die weitere Teile liefert und so die internationale Lieferstruktur absichert.
Markt im Aufwind: Nachfrage nach Flugzeugen steigt wieder
Der Hintergrund des Auftragsbooms liegt in der globalen Luftfahrtentwicklung. Vor allem im Segment der Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge nimmt die Produktion weltweit wieder zu.
Für Zulieferer wie voestalpine eröffnet sich dadurch ein attraktives Marktumfeld. Das Unternehmen gehört seit Jahren zu den etablierten Partnern der Branche – und baut diese Position nun weiter aus.
Zwischen Höhenflug und Rücksetzer an der Börse
Die Börse reagierte zunächst positiv: Die Aktie legte zeitweise um gut 10 Prozent zu. Doch die Euphorie hielt nicht durchgehend an. Am Donnerstag gab der Kurs im XETRA-Handel um gut drei Prozent auf 41,42 Euro nach. Im größeren Kontext relativiert sich dieser Rückgang jedoch: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von knapp 90 Prozent.
Kostenfaktor Energie: Industrie unter Druck
Trotz voller Auftragsbücher bleibt die wirtschaftliche Lage anspruchsvoll. Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie und vor allem die steigende CO₂ -Kosten belasten die Industrie zunehmend – auch voestalpine ist davon betroffen.
CEO Herbert Eibensteiner formulierte am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten klare Forderungen an die Politik: Eine Verlängerung der CO₂ -Freizertifikate sei notwendig, da zentrale Infrastrukturprojekte – etwa Wasserstoffnetze – noch nicht ausreichend entwickelt seien.

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