Die strategische Bedeutung der Transaktion liegt vor allem in der Erweiterung des Produktangebots. Künftig deckt Steyr Motors ein Leistungsspektrum von 24 bis 700 PS für zivile und militärische Boote ab.
Mit BUKH holt sich der oberösterreichische Hersteller zudem einen ausgewiesenen Spezialisten für sogenannte SOLAS-zertifizierte Rettungsboot-Motoren ins Haus. Diese international regulierten Systeme gelten als sicherheitskritische Schlüsseltechnologie im maritimen Bereich.
Gleichzeitig entsteht ein zweiter Produktionsstandort in Europa – ein Schritt, der nicht nur Kapazitäten erweitert, sondern auch die operative Flexibilität erhöht. CEO Julian Cassutti sieht in der Übernahme die Grundlage für weiteres internationales Wachstum. Insbesondere die bestehenden Vertriebsstrukturen von BUKH sollen den Zugang zu Märkten in Asien und Südamerika beschleunigen.
Integration und Kontinuität: Management bleibt an Bord
Auch personell setzt das Unternehmen auf Kontinuität. Der bisherige Eigentümer und CEO von BUKH, Søren Christiansen, wird die Integration für mindestens zwei Jahre im Aufsichtsrat begleiten.
Die operative Führung des dänischen Unternehmens hat bereits zum 1. April Torben Damberg übernommen, der zuvor als Technik- und Betriebsvorstand tätig war.
Wachstum mit klarer Perspektive: Auftragsbestand als Fundament
Ein Blick auf die wirtschaftlichen Kennzahlen offenbart, warum Steyr Motors einen derart ambitionierte Ziele verfolgt. Der Auftragsbestand summierte sich zum Jahreswechsel – inklusive langfristiger Vereinbarungen – auf über 300 Millionen Euro bis 2030.
Zusätzliche Impulse liefern neue Kooperationen, unter anderem mit Rheinmetall Landsysteme sowie dem US-Unternehmen Laborde Products Inc..
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die mobile Energieeinheit M12PU. Deren Serienfertigung soll im zweiten Halbjahr 2026 beginnen und bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 100 Millionen Euro zum Umsatz beitragen.
Ambitionierte Ziele – verhaltener Börsenkurs
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management Erlöse zwischen 75 und 95 Millionen Euro. Selbst das untere Ende dieser Spanne würde ein Wachstum von rund 55 Prozent gegenüber 2025 bedeuten. Gleichzeitig wird eine EBIT-Marge von mindestens 15 Prozent angestrebt.
Trotz dieser expansiven Perspektiven bleibt die Entwicklung an der Börse bislang zurückhaltend. Anfang April notierte die Aktie im XETRA-Handel bei 39,10 Euro – deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 69,40 Euro aus dem Juli 2025.

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