Für den diesjährigen Aufnahmetest zum Medizinstudium, der am 3. Juli stattfindet, haben sich österreichweit 16.880 Personen angemeldet. Das ist ein klarer Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren.
Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei Tiroler Interessenten aus. Allein in Innsbruck stieg die Zahl der Bewerber aus Österreich von 1.513 im Jahr 2025 auf nun 1.776 – ein spürbares Plus innerhalb eines Jahres.
Zahlen steigen an allen Universitäten
Der Trend ist nicht auf einzelne Regionen beschränkt. An allen medizinischen Universitäten des Landes wurde ein Anstieg der Anmeldungen registriert. In Wien meldeten sich 8.235 Personen an (2025: 7.729), in Innsbruck 3.532 (2025: 3.238), in Graz 2.824 (2025: 2.617) und in Linz 2.289 (2025: 2.084).
Rückkehr zum Wachstum nach schwächeren Jahren
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit verdeutlicht die Entwicklung. Nach einem Höchststand von rund 17.800 Bewerbern im Jahr 2021 waren die Zahlen zunächst gesunken: 15.800 im Jahr 2022, 15.400 im Jahr 2023 und 15.200 im Jahr 2024.
Erst 2025 kam es mit rund 15.700 Anmeldungen zu einer leichten Erholung. Der aktuelle Wert von 16.880 markiert nun eine deutliche Fortsetzung dieses Aufwärtstrends – auch wenn das Rekordniveau von 2021 noch nicht ganz erreicht ist.
Hohe Konkurrenz um begrenzte Studienplätze
Problematisch ist jedoch: Trotz des wachsenden Interesses bleibt das Angebot an Studienplätzen weiterhin begrenzt. Im laufenden Jahr stehen insgesamt 1.950 Plätze zur Verfügung – lediglich 50 mehr als im Vorjahr. Ein Blick auf die Verteilung zeigt, wie eng der Zugang tatsächlich ist: In Wien werden 784 Studienplätze vergeben, in Innsbruck 430, in Graz 406 und in Linz 330. Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, wie intensiv der Wettbewerb ausfällt – tausende Bewerber stehen einer vergleichsweise kleinen Zahl an verfügbaren Studienplätzen gegenüber.
Zugang streng reguliert
Vor diesem Hintergrund, ist ein Großteil der Studienplätze klar geregelt. Mindestens 95 Prozent der Plätze in der Humanmedizin sind EU-Bürgern vorbehalten, während 75 Prozent gezielt an Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis gehen.
Zusätzlich sind 87 der insgesamt 1.950 Plätze für Aufgaben im öffentlichen Interesse reserviert – etwa für Bundesländer, die Österreichische Gesundheitskasse oder staatliche Institutionen wie Innen- und Verteidigungsministerium.
Ärztemangel treibt Debatte an
Der steigende Andrang steht in engem Zusammenhang mit einer anhaltenden Diskussion: dem Mangel an medizinischem Personal. In vielen Regionen Österreichs wird seit Jahren über Versorgungslücken geklagt. Kritiker fordern daher eine deutliche Ausweitung des Angebots der Studienplätze.
Neue Ausbildungswege in Planung
Um dem Engpass entgegenzuwirken, wird auch über anderweitige Ausbildungsangebote nachgedacht. So prüft die Sigmund Freud Privatuniversität die Errichtung eines neuen Standorts in Wörgl.
Geplant ist ein privat finanzierter Studienbetrieb mit rund 120 Studienplätzen pro Jahr. Schätzungen zufolge könnten etwa ein Drittel der Absolventen langfristig in der Region bleiben – das wären rund 40 zusätzliche Ärzte jährlich.
Ob das Projekt umgesetzt wird, ist derzeit noch offen. Die Entscheidungsphase läuft, ein möglicher Start wäre frühestens im Jahr 2028 denkbar.

Kommentare
Lädt Kommentare...