Chey Tae-won zählt zu den einflussreichsten Wirtschaftsführern Südkoreas. Die von ihm geführte SK Group ist nach Samsung das zweitgrößte Firmenkonglomerat des Landes.

Chey und Roh Soh-yeong heirateten 1988 und bekamen drei Kinder. Nachdem das Paar über Jahre getrennt gelebt hatte, reichte Roh im Jahr 2017 die Scheidung ein. Es folgte ein langwieriger Rechtsstreit, der nun mit einer milliardenschweren Vermögensaufteilung seinen Abschluss findet.

Nach dem Urteil erhält Roh rund 944 Milliarden Won – umgerechnet etwa 568 Millionen Euro., berichtet oe24.

Wem gehören die Firmenanteile?

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Cheys Beteiligungen an der Holding SK Inc. ausschließlich sein persönliches Vermögen oder Teil des gemeinsamen ehelichen Vermögens sind.

Roh argumentierte, sie habe durch die Erziehung der gemeinsamen Kinder, die Führung des Haushalts und ihre Unterstützung im familiären Umfeld wesentlich zu Cheys beruflichem Erfolg beigetragen. Zudem brachte sie vor, dass Vermögenswerte ihrer Herkunftsfamilie beim Wachstum des Unternehmens eine Rolle gespielt hätten.

Der Fall entwickelte sich dadurch weit über die Scheidung hinaus zu einer gesellschaftlichen Debatte über die Anerkennung unbezahlter Familien- und Care-Arbeit. In Südkorea wurde das Verfahren aufmerksam verfolgt. Juristen und Beobachter sehen darin einen wichtigen Präzedenzfall für die Bewertung von Vermögen in langjährigen Ehen sowie für die rechtliche Würdigung des Beitrags von Ehepartnern, die nicht unmittelbar im Unternehmen tätig waren.

SK Group profitiert vom KI-Boom

Während der Scheidungsprozess für Schlagzeilen sorgte, setzt die SK Group ihren Wachstumskurs fort. Der Mischkonzern ist unter anderem in den Bereichen Halbleiter, Telekommunikation, Energie und Batterietechnologie tätig und zählt zu den wichtigsten Industrieunternehmen Asiens.

Zum Konzern gehören unter anderem der Halbleiterhersteller SK Hynix sowie SK Telecom. Vor allem der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz sorgt für neue Milliardenaufträge.

Nach Medienberichten profitiert SK Hynix insbesondere von einer umfangreichen Partnerschaft mit dem US-Chiphersteller Nvidia. Insgesamt sollen neue Investitions- und Kooperationsvereinbarungen im Umfang von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar abgeschlossen worden sein. Mit einer Vermögenszahlung von umgerechnet 568 Millionen Euro zählt der Fall zu den größten und aufsehenerregendsten Scheidungsverfahren in der Geschichte Südkoreas. Zugleich hat er eine breite Diskussion über Vermögensaufteilung, Gleichberechtigung und die wirtschaftliche Anerkennung familiärer Leistungen ausgelöst.