Auf Autofahrer in Innsbruck kommen voraussichtlich bereits im Herbst weitreichende Änderungen zu. Die Stadtregierung will sowohl die gebührenpflichtigen Zeiten als auch die räumliche Ausdehnung der Kurzparkzonen deutlich erweitern. Zusätzlich sollen verschiedene Parkkarten künftig spürbar teurer werden.

Bevor die Maßnahmen in Kraft treten können, muss allerdings noch der Gemeinderat grünes Licht geben.

Sollte der Beschluss erfolgen, beginnt die Gebührenpflicht werktags künftig bereits um 8.00 Uhr und endet erst um 21.00 Uhr. Damit werden vor allem jene Kurzparkzonen verlängert, die bisher am Abend bereits um 19.00 Uhr kostenfrei waren.

Auch an Samstagen müssen Autofahrer künftig deutlich länger bezahlen. Statt bisher bis 13.00 Uhr sollen Parkgebühren künftig bis 18.00 Uhr eingehoben werden.

Neue Stadtteile werden gebührenpflichtig

Nicht nur die Zeiten ändern sich. Auch das Netz der kostenpflichtigen Parkflächen soll erheblich wachsen. Erstmals sollen künftig auch die Stadtteile Arzl, Kranebitten und das Olympische Dorf vollständig in die Parkraumbewirtschaftung aufgenommen werden.

Zusätzlich werden mehrere stark frequentierte Ausflugs- und Freizeitbereiche kostenpflichtig. Dazu zählen unter anderem die Parkflächen beim Schloss Ambras, auf der Hungerburg sowie beim Alpenzoo. Dort sollen Parkgebühren künftig täglich – also auch an Sonn- und Feiertagen – zwischen 8.00 Uhr und 21.00 Uhr gelten.

Lediglich beim Tivoli ist eine saisonale Sonderregelung vorgesehen. Während der Sommermonate gelten dort ebenfalls tägliche Gebühren, im Winter richten sich die Zeiten nach den allgemeinen Kurzparkzonen.

Parkkarten werden ebenfalls deutlich teurer

Parallel dazu plant die Stadt eine Erhöhung nahezu aller Parkkarten. Für Anwohner steigt die monatliche Gebühr von bisher 6,18 Euro auf künftig 9,96 Euro. Die Stadt spricht von einer moderaten Anpassung. Außerdem lägen die Gebühren in anderen österreichischen Landeshauptstädten teilweise deutlich höher. Nicht zu leugnen ist jedoch, dass es sich bei der Anhebung um einen Anstieg um mehr als 50 Prozent handelt.

Auch Pendler, ortsansässige Betriebe sowie Ärzte müssen künftig mehr bezahlen. Ihre Parkkarten verteuern sich von bislang 12,35 Euro auf 18,80 Euro pro Monat.

Für Hebammen, mobile Pflegedienste und Personen, die pflegebedürftige Menschen betreuen, steigt die Monatsgebühr ebenfalls von 6,18 Euro auf 9,96 Euro. Die eigentlichen Tarife in den Kurzparkzonen bleiben hingegen unverändert.

Parkdruck beschäftigt Innsbruck seit Jahren

Die angespannte Parksituation gehört in Innsbruck bereits seit längerer Zeit zu den größten verkehrspolitischen Herausforderungen. Neben dem begrenzten Platzangebot sorgt insbesondere der starke Pendlerverkehr aus dem Umland regelmäßig für Diskussionen.

Zusätzlich wird seit Jahren über sogenannte Dauerparker aus Deutschland debattiert, die ihre Fahrzeuge über längere Zeiträume in Innsbruck abstellen und damit den ohnehin knappen Parkraum weiter belasten.

Mit der Ausweitung der Gebührenpflicht erhofft sich die Stadt eine bessere Steuerung der verfügbaren Stellplätze sowie eine höhere Fluktuation.

Sinkende, statt steigende Preise: FPÖ kritisiert Pläne scharf

Deutliche Kritik kommt dennoch. Unter anderem von der FPÖ. Die Freiheitlichen werfen der Stadtregierung vor, Autofahrer immer stärker finanziell zu belasten und den Individualverkehr gezielt unattraktiver zu machen.

Stadtrat Markus Lassenberger bezeichnete die Koalition als „Raubritter-Koalition“ und sprach von einer zusätzlichen Belastung für Menschen, die angesichts der ohnehin hohen Lebenshaltungskosten bereits unter erheblichem finanziellen Druck stünden.

Aus Sicht der FPÖ wären sinkende statt steigende Gebühren der richtige Weg. Zudem fordert sie eine kostenfreie Mittagszeit in den Kurzparkzonen, um Handel und Gastronomie in der Innenstadt zu stärken und zusätzliche Besucher anzulocken.