Rheinmetall nutzt diese Entwicklung nun für einen tiefgreifenden Umbau – und macht aus einer früheren Autofabrik einen Produktionsstandort für moderne Kampfdrohnen.

Rheinmetall präsentiert neues Startsystem für Angriffsdrohnen

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat auf der internationalen Sicherheits- und Verteidigungsmesse Eurosatory erstmals eine mobile Abschussplattform für Angriffsdrohnen vorgestellt, die über längere Zeit über einem Einsatzgebiet kreisen und ihr Ziel anschließend selbstständig oder unter menschlicher Kontrolle bekämpfen können.

Kamikaze-Drohnen mit bis zu 100 Kilometern Reichweite

Im Mittelpunkt der neuen Produktion steht die Drohne FV-014. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Loitering-Munition-System – eine Mischung aus Aufklärungsdrohne und Lenkwaffe.

Die Flugkörper können laut Rheinmetall bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele in Entfernungen von bis zu 100 Kilometern erreichen. Während des Einsatzes kreisen sie zunächst über dem Operationsgebiet und suchen nach geeigneten Zielobjekten.

Die Steuerung erfolgt sowohl durch menschliche Bediener als auch mithilfe künstlicher Intelligenz. Rheinmetall betont jedoch, dass ein Mensch jederzeit in den Entscheidungsprozess eingebunden bleibe und letztlich über einen Angriff entscheide.

Kontrollierter Absturz statt Rückkehr

Anders als klassische Militärdrohnen sind die Systeme nicht für eine Rückkehr vorgesehen. Sollte innerhalb der vorgesehenen Einsatzdauer kein Ziel identifiziert werden, wird ein automatischer Sicherheitsmechanismus aktiviert. Das Fluggerät steuert dann ein Gebiet an, in dem möglichst keine Menschen gefährdet und Sachschäden minimiert werden, bevor es kontrolliert abstürzt.

Die integrierte Sprengladung bringt laut Unternehmensangaben rund vier Kilogramm inklusive Zündsystem auf die Waage

Ehemaliges Autowerk wird komplett umgebaut

Die Fertigung soll in Neuss erfolgen – auf einem Werksgelände, das ursprünglich für die Automobilindustrie arbeitete.

Mit dem Rückzug aus Teilen des klassischen Zuliefergeschäfts wird das Werk nun grundlegend neu ausgerichtet. Künftig sollen dort nicht nur moderne Drohnensysteme entstehen, sondern auch Komponenten für Flugabwehrsysteme sowie Satellitentechnik für den Weltraumeinsatz.

Der Aufbau der Fertigungslinien in Neuss läuft bereits. Rheinmetall plant, die Serienproduktion der Drohnen sowie der zugehörigen Abschusscontainer im dritten Quartal dieses Jahres aufzunehmen