Als Barack Obama nach der Finanzkrise 2008 auf grüne Technologien setzte, sollte Ivanpah ein Leuchtturmprojekt werden. Mitten in der kalifornischen Mojave-Wüste entstand für rund 2,2 Milliarden Dollar eines der größten Solarkraftwerke der Welt – massiv unterstützt durch staatliche Kredite und Zuschüsse.
Die Vision war klar: Wirtschaft ankurbeln, Jobs schaffen und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Doch heute steht das Projekt vor allem für verfehlte Erwartungen. Die Technologie der konzentrierten Solarthermie, bei der Spiegel Sonnenlicht auf Türme bündeln, hat sich als deutlich weniger konkurrenzfähig erwiesen als moderne Photovoltaikanlagen.
Trump und Biden prüften Stillegung
Während neue Solarparks immer günstiger Strom liefern, produziert Ivanpah vergleichsweise teuer. Für Verbraucher könnten dadurch jährlich Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. Gleichzeitig sind noch hunderte Millionen Dollar an staatlich gestützten Krediten offen.
Mehrere US-Regierungen, sowohl unter Trump als auch unter Biden, prüften bereits eine Stilllegung. Doch Kaliforniens Behörden verhinderten dies bislang, auch aus Sorge um die Versorgungssicherheit.
Heftige Kritik
Kritiker sprechen von einem „Milliardengrab“ aus der Obama-Zeit. Selbst Experten räumen ein, dass das Projekt wirtschaftlich kaum noch Sinn ergibt. Dennoch bleibt ein Ausstieg schwierig: Verträge laufen weiter, Infrastruktur ist gebaut – und die politische Verantwortung lässt sich nicht so einfach abschalten.

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