Wer über erhebliche Vermögenswerte verfügt, ist häufig auch geografisch flexibel. Genau diese Mobilität führt derzeit zu einer bemerkenswerten Verschiebung innerhalb Europas.
Zu diesem Ergebnis kommt der „Private Wealth Migration Report 2026“ des Beratungsunternehmens Henley & Partners. Der Bericht zeigt, dass sich wohlhabende Privatpersonen zunehmend von traditionellen Wirtschaftsstandorten abwenden und stattdessen Länder mit attraktiveren steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen bevorzugen.
Deutschland verliert an Anziehungskraft
Besonders deutlich zeigte sich dieser Trend in Großbritannien. Dort stieg die Zahl der Anfragen nach alternativen Wohnsitz- und Staatsbürgerschaftsoptionen bei Henley & Partner zwischen 2024 und 2025 um 15 Prozent. Als Ursachen nennt die Studie unter anderem Änderungen im Steuerrecht, die Abschaffung des sogenannten Non-Dom-Status sowie Reformen bei der Erbschaftsteuer.
Ein noch schlechteres Bild zeichnet sich in Deutschland ab. Nach Angaben von Henley & Partners stieg die Zahl der Anfragen aus Deutschland zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 um 16 Prozent.
Zypern führt das europäische Ranking an
Die Studie untersucht parallel dazu auch, welche Länder besonders gute Voraussetzungen für Vermögende bieten. An die Spitze des europäischen Rankings setzt der Bericht überraschend Zypern. Dahinter folgen die Niederlande, Portugal und Italien.
Auch außerhalb Europas gibt es klare Gewinner. Weltweit zählen insbesondere Singapur und Neuseeland zu den attraktivsten Standorten für vermögende Privatpersonen. Beide Länder profitieren von stabilen politischen Rahmenbedingungen, funktionierenden Institutionen und einem hohen Maß an Rechtssicherheit.

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