Mitte April hatte Spar das gesamte Sortiment an HiPP-Babynahrung vorsorglich aus allen österreichischen Filialen entfernt. Hintergrund war ein schwerwiegender Sicherheitsfall: In einem in Eisenstadt gekauften Babynahrungsglas wurde Rattengift nachgewiesen.
Das Glas war laut Behörden bewusst manipuliert worden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, da der Inhalt nicht konsumiert wurde.
Zeitgleich suchten Ermittler nach weiteren möglicherweise kontaminierten Produkten. Besonders im Burgenland bestand der Verdacht, dass ein weiteres vergiftetes Gläschen in Umlauf gebracht worden sein könnte.
Verdächtiger in Salzburg festgenommen
Am Samstag erfolgte schließlich die Festnahme eines 39-jährigen Mannes in Salzburg. Gegen ihn wurde inzwischen Untersuchungshaft verhängt.
Die Ermittlungen laufen derzeit wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung sowie versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Der Beschuldigte wies sämtliche Anschuldigungen zurück. Die Vorwürfe wiegen schwer, denn im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, ob die verwendete Giftmenge für ein Kleinkind potenziell tödlich hätte sein können.
Spar nimmt HiPP wieder ins Sortiment auf
Nach der Festnahme des Verdächtigen reagiert Spar nun. Der Konzern bestätigte, dass HiPP-Produkte wieder in die Regale zurückkehren.
Eine Ausnahme bleibt jedoch bestehen: Die komplette Serie der Sorte „Karotten und Kartoffeln“ wird vernichtet. Genau bei dieser Produktlinie soll der Täter insgesamt fünf Gläser mit Rattengift manipuliert haben.
Im Raum Eisenstadt geht Spar zusätzlich einen besonders vorsichtigen Weg. Dort werden sämtliche HiPP-Produkte vollständig ausgetauscht und durch neue Warenbestände ersetzt.
Rätsel um möglichen Erpressungsversuch
Unklar bleibt weiterhin, ob tatsächlich ein gezielter Erpressungsversuch gegen den Babynahrungshersteller vorlag.
Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit hatte zunächst von einem möglichen Erpressungsszenario gesprochen, diesen Hinweis später jedoch wieder aus ihrer Mitteilung entfernt.
Auch deutsche Ermittlungsbehörden bestätigten eine Erpressung bislang nicht offiziell. HiPP selbst sprach lediglich von einem „externen kriminellen Eingriff“.

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