Ab dem 28. April 2026 müssen alle neu verkauften Notebooks in der EU über einen USB-C-Anschluss verfügen, über den sie geladen werden können. Was bei Smartphones und Tablets bereits seit Ende 2024 vorgeschrieben ist, wird damit nun auch auf Laptops ausgeweitet.

Für Nutzer bedeutet das vor allem eines: deutlich weniger Kabelsalat. Statt mehrerer Ladegeräte für verschiedene Geräte soll künftig ein einziges Kabel ausreichen. Die EU verfolgt damit auch ein klares Umweltziel – weniger Elektroschrott durch ungenutzte Netzteile.

Ladegerät wird zum Extra

Doch die neue Regel bringt auch eine spürbare Veränderung beim Kauf: Hersteller müssen ihre Geräte künftig auch ohne Netzteil anbieten. Das Ladegerät wird damit zunehmend zum optionalen Zubehör.

Wie der Münchner Merkur berichtete, ist es wahrscheinlich, dass sich langfristig vor allem Varianten ohne Ladegerät durchsetzen – schon allein wegen geringerer Kosten für Verpackung und Logistik.

Bis zu 50 Euro zusätzlich

Für viele Käufer könnte das teuer werden. Denn während Smartphone-Ladegeräte vergleichsweise günstig sind, benötigen Laptops deutlich stärkere Netzteile.

Die meisten Geräte brauchen mindestens 65 Watt, leistungsstärkere Modelle sogar bis zu 100 Watt oder mehr. Entsprechende USB-C-Netzteile kosten häufig zwischen 40 und 50 Euro – teilweise auch darüber.

Laut Focus Online dürfte genau das für viele Käufer zum Problem werden: Wer bereits ein kompatibles Ladegerät besitzt, kann sparen. Für alle anderen wird der Laptop-Kauf unterm Strich teurer.

Klare Vorgaben für Hersteller

Die EU schreibt nicht nur den Anschluss vor, sondern auch technische Standards: Geräte mit mehr als 15 Watt Ladeleistung müssen den Schnellladestandard „USB Power Delivery“ unterstützen. So soll sichergestellt werden, dass Ladegeräte herstellerübergreifend funktionieren.

Zudem müssen Hersteller transparent kennzeichnen:

– welche Ladeleistung benötigt wird
– ob ein Netzteil im Lieferumfang enthalten ist

Gaming-Laptops als Ausnahme

Ein Sonderfall bleiben besonders leistungsstarke Geräte. Gaming-Notebooks mit sehr hohem Energiebedarf setzen weiterhin oft auf eigene Netzteile mit deutlich über 200 Watt.

Der Berliner Kurier schrieb, dass sich hier wohl auch künftig Mischlösungen halten werden: USB-C für den Alltagsbetrieb, Spezialanschluss für volle Leistung bei besonders stromhungrigen Modellen.