Betreiber ist die heimische „WEB Windenergie AG“, die weltweit Hunderte Wind- und Solaranlagen betreibt. Mit Ex-Politikerin Brigitte Ederer im Aufsichtsrat ist das Projekt prominent besetzt. Die Energieprofis sehen den Standort als ideal: Starkwind aus der Wiener Pforte und unmittelbare Anbindung an Hochspannungsleitungen.

Doch nicht alle sind begeistert. Das geplante Areal liegt direkt an mehreren Schutzgebieten und gehört zum Wiener Grüngürtel. Historische Naturdenkmäler wie die „Alten Schanzen“ wären von den Rotoren überdeckt. Naturschutzorganisationen schlagen Alarm – vor allem wegen der zahlreichen gefährdeten Vogelarten und des dokumentierten Ziesel-Vorkommens.

Kritiker warnen vor Naturzerstörung

Leopold Andrä von „Pro Wild“ fordert laut Kurier eine sorgfältige Prüfung. Die 2023 erstellte Studie seiner Organisation zeigte rund 100 Vogelarten in der Region, darunter bedrohte Feldvögel. Auch die lokale Bevölkerung müsse in die Planungen eingebunden werden, statt heimlich mit Grundbesitzern zu verhandeln.

Stadt reagiert zurückhaltend

Die zuständige Wiener MA 22 betont, dass bisher kein Bewilligungsantrag vorliegt. Naturschutzrechtliche Prüfungen seien Voraussetzung, wenn Schutzgebiete betroffen sind. Angaben zu Größe, Leistung oder Zeitplan der Windräder fehlen bislang. Selbst Wien Energie setzt derzeit auf Zukäufe von Ökostrom-Pionieren statt auf neue Anlagen.