Die Diskussion über Einsparungen bei den Universitäten ab 2028 sorgt seit Tagen für heftige Reaktionen. Hochschulvertreter warnen vor Qualitätsverlusten, Studierende vor schlechteren Studienbedingungen. Dabei gerät ein wichtiger Aspekt häufig in den Hintergrund: Das aktuelle Universitätsbudget wurde erst vor Kurzem deutlich aufgestockt.

Im Wahljahr 2024 beschloss die Bundesregierung für die Leistungsvereinbarungsperiode 2025 bis 2027 eine Budgeterhöhung von rund 22 Prozent gegenüber der Vorperiode. Hinzu kamen bereits in den Jahren 2023 und 2024 umfangreiche Nachbesserungen, um die gestiegenen Kosten der Hochschulen abzufedern. Die nun diskutierten Sparmaßnahmen dürften nach Aussagen von Finanzminister Markus Marterbauer zudem weniger drastisch ausfallen als zunächst befürchtet.

Neue Daten zeigen europäischen Vergleich

Wie hoch Österreich bereits heute im europäischen Vergleich investiert, zeigen aktuelle Daten der Agenda Austria. Demnach flossen 2022 Bildungsausgaben im Tertiärsektor in Höhe von 1,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Universitäten und andere Hochschulen. Innerhalb der EU liegt Österreich damit auf Rang zwei. Nur Frankreich investiert mit 1,20 Prozent einen noch höheren Anteil seiner Wirtschaftsleistung. Länder wie Deutschland (0,71 Prozent), Italien (0,68 Prozent) oder Irland (0,63 Prozent) liegen deutlich dahinter.

Experten sehen daher an anderer Stelle größeren Handlungsbedarf. „Die ersten Lebensjahre sind entscheidend für die Entwicklung eines Menschen. Was hier versäumt wird, lässt sich später oft nur mit deutlich höherem finanziellem und gesellschaftlichem Aufwand ausgleichen“, betont Ökonomin Carmen Treml. Investitionen in frühe Bildung gelten als besonders wirksam – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.