Transant war ursprünglich ein Gemeinschaftsprojekt der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria und des heimischen Stahlriesen Voestalpine. Ziel war die Entwicklung eines besonders leichten und modularen Fahrgestells für Güterwaggons. Durch Spezialstahl aus Linz und technische Innovationen konnten höhere Zuladungsgrenzen erreicht werden – und damit Kosten im laufenden Betrieb gesenkt werden.

Einst ein „Leuchtturmprojekt“

Das Projekt galt als derart vielversprechend, dass es 2019 sogar mit dem Mobilitäts-Staatspreis des Infrastrukturministeriums ausgezeichnet wurde. Kurz darauf gründeten Rail Cargo und Voestalpine ein gemeinsames Unternehmen zur Produktion und Vermarktung der Technologie.

Voestalpine und ÖBB steigen aus

Doch vom einstigen Vorzeigeprojekt haben sich die österreichischen Partner inzwischen vollständig verabschiedet, schreibt der Trend. Die Voestalpine begann bereits 2023 damit, ihre ursprünglich 50-prozentige Beteiligung schrittweise abzubauen. Laut der Bilanz 2025/26 wurden schließlich auch die letzten Anteile für „ein paar Millionen Euro“ verkauft. Auch die ÖBB-Tochter Rail Cargo zog sich zurück. Im März 2026 verkaufte sie ihren verbliebenen Anteil von 5,88 Prozent. Die Begründung des Staatskonzerns fällt knapp aus: „Waggonbau ist keine Kernkompetenz.“

Oligarch griff zu

Damit gehört Transant nun zur ukrainischen TAS Group, einem Mischkonzern mit Sitz in Zypern. Hinter dem Firmenimperium steht Sergii Tigipko, einer der reichsten Geschäftsleute der Ukraine. Der Oligarch war früher nicht nur Vizepremier, sondern auch Präsident der ukrainischen Nationalbank und ist heute in zahlreichen Branchen aktiv. Sein Konzern verdient sein Geld unter anderem mit Immobilien, Versicherungen, Finanzprodukten, Energie sowie landwirtschaftlichen und mineralischen Rohstoffen.

Österreichisches Know-how jetzt in ukrainischen Händen

Besonders brisant: Gerade für die Ukraine könnten leichte und flexibel einsetzbare Güterwaggons von erheblichem Interesse sein. Die Transant-Technologie ermöglicht höhere Zuladungen und bietet damit wirtschaftliche Vorteile beim Transport großer Mengen von Gütern. Warum sich die österreichischen Partner vollständig aus dem einst preisgekrönten Unternehmen zurückgezogen haben, bleibt offen. Fix ist allerdings: Ein österreichisches Vorzeigeprojekt, das einst mit heimischem Spezialstahl, ÖBB-Know-how und staatlicher Auszeichnung für Schlagzeilen sorgte, befindet sich nun vollständig im Einflussbereich eines ukrainischen Oligarchen.