Der US-Konzern Uber hat seine ehrgeizigen Ausbaupläne für den Essenslieferdienst Uber Eats in weiten Teilen Europas überraschend gestoppt. Nach Informationen der Financial Times werden fünf der ursprünglich sieben geplanten Markteintritte – Österreich, Norwegen, Griechenland, Dänemark, Finnland, Tschechien und Rumänien – vorerst nicht umgesetzt.
Während der Marktstart in Finnland und Dänemark bereits erfolgt ist und nach Unternehmensangaben erfolgreich verlief, werden die übrigen Expansionen, auch die in Österreich, nun offenbar auf unbestimmte Zeit verschoben.
Milliardenübernahme verändert die Strategie
Als Hauptgrund für den Rückzug gilt die weiterhin angestrebte Übernahme des deutschen Lieferdienstes Delivery Hero. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Uber mit dem Verzicht auf neue Markteintritte mögliche wettbewerbsrechtliche Bedenken der europäischen Behörden entschärfen möchte.
Statt gleichzeitig in zahlreichen Ländern eigene Marktanteile aufzubauen, könnte sich der Konzern zunächst auf den Abschluss der milliardenschweren Transaktion konzentrieren.
Weitere Investoren mischen mit
Zudem: eine vollständige Übernahme bleibt kompliziert. Denn der niederländische Technologieinvestor Prosus steht den Plänen im Weg. Das Unternehmen gehört, wie auch Uber, zu den größten Aktionären von Delivery Hero und prüft Medienberichten zufolge verschiedene Optionen, um seinen Einfluss auszubauen oder seine Verhandlungsposition zu stärken.
Auch das saudi-arabische Quick-Commerce-Unternehmen Ninja wolle eine Übernahme einzelner Geschäftsbereiche von Delivery Hero prüfen. Sollte es zu einem Verkauf wichtiger Unternehmensteile kommen, könnte dies die ursprüngliche Übernahmepläne von Uber erheblich verändern.

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