62 Prozent der Befragten befürchten, dass ihre Pension später nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Jeder Zweite geht sogar davon aus, auch im Ruhestand weiter arbeiten zu müssen.
Für die von der Bank99 beauftragte Studie wurden 1.500 Menschen zwischen 14 und 75 Jahren in ganz Österreich befragt. Zwar verlassen sich noch 42 Prozent überwiegend auf die staatliche Pension, doch bereits mehr als die Hälfte hat zusätzliche Maßnahmen zur privaten Altersvorsorge getroffen, berichtet der Kurier.
„Die Menschen spüren, dass sich das System durch den demografischen Wandel langfristig verändern wird“, erklärt Bank99-Vorstand Bernhard Hohenegger. Immer mehr Pensionisten stehen immer weniger Erwerbstätigen gegenüber – diese Entwicklung bereitet vielen Sorgen.
Schon heute müssen viele dazuverdienen
Für zahlreiche Pensionistinnen und Pensionisten ist die finanzielle Herausforderung bereits Realität. Laut Umfrage bessern 18 Prozent ihre Pension mit einer Erwerbstätigkeit auf, weitere 15 Prozent sind auf die Unterstützung von Familienangehörigen angewiesen.
Dennoch ziehen viele Ruheständler eine positive Bilanz: 69 Prozent der bereits Pensionierten geben an, derzeit mit ihrem Einkommen gut auszukommen.
Im Durchschnitt legen die Österreicherinnen und Österreicher monatlich 288 Euro für die Zukunft zurück. Besonders fleißig wird in Vorarlberg gespart – dort sind es durchschnittlich 422 Euro pro Monat. Wien folgt mit 396 Euro auf Rang zwei. Schlusslicht ist Kärnten, wo monatlich lediglich 177 Euro auf die Seite gelegt werden.
ETFs holen rasant auf
Bei den beliebtesten Vorsorgeformen liegt die betriebliche Pensionsvorsorge mit 38 Prozent weiterhin an der Spitze. Dahinter folgen das klassische Sparbuch mit 35 Prozent sowie Wertpapiere wie Aktien, Fonds und ETFs mit bereits 29 Prozent.
Vor allem börsengehandelte Indexfonds – sogenannte ETFs – erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Laut Hohenegger überzeugen sie durch niedrige Gebühren, breite Risikostreuung und die Möglichkeit, bereits mit kleinen monatlichen Beträgen Vermögen aufzubauen.
Auffällig sind allerdings die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 37 Prozent der Männer in Wertpapiere investieren, sind es bei den Frauen lediglich 21 Prozent.
Viele fühlen sich überfordert
Trotz des steigenden Interesses bleibt das Thema Geldanlage für viele kompliziert. Jeder zweite Befragte fühlt sich von der Vielzahl an Anlagemöglichkeiten überfordert.
„Viele Menschen haben Angst, Fehler bei der Veranlagung zu machen“, sagt Hohenegger. Genau diese Unsicherheit halte viele davon ab, überhaupt den Schritt an den Kapitalmarkt zu wagen. Die Bank99 setzt deshalb verstärkt auf persönliche Beratung und will ihr Filialnetz weiter ausbauen. In den kommenden Jahren sollen rund 50 zusätzliche Bankberater eingestellt werden.
Anlageentscheidungen müssten zwar weiterhin die Kundinnen und Kunden selbst treffen, dennoch wolle man umfassend über Chancen und Risiken informieren.
Forderung nach steuerlichen Anreizen
Hohenegger spricht sich außerdem für attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen aus. So könnten etwa langfristige Investitionen durch eine reduzierte Kapitalertragsteuer belohnt werden. Die bestehenden steuerlichen Vorteile – etwa bei Lebensversicherungen – seien aus seiner Sicht nicht ausreichend, um mehr Menschen zum Vermögensaufbau zu motivieren.
Auch bei den Sparzinsen sieht die Bank derzeit noch ein solides Niveau. Bei längeren Bindungsfristen sind aktuell Zinssätze von bis zu 2,45 Prozent möglich.
Wie sich das Zinsniveau in den kommenden Monaten entwickeln wird, bleibt jedoch offen. Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten sei derzeit kaum vorherzusagen, ob weitere deutliche Zinserhöhungen folgen werden.

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