Derzeit verfügt ORF III über ein Programmbudget von rund 15 Millionen Euro. Künftig sollen davon nur noch etwa acht Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Gesamtbudget des Senders liegt bei rund 30 Millionen Euro.

Innerhalb des ORF wird die geplante Kürzung laut Medienberichten als besonders drastisch bewertet. Mitarbeiter sprechen von einem tiefgreifenden Einschnitt, der erhebliche Auswirkungen auf das Programmangebot haben könnte.

Welche Sendungen betroffen sind, ist noch offen

Welche Bereiche konkret eingespart werden sollen, steht derzeit noch nicht fest. Betroffen sein könnten sowohl die mehrstündigen Informationsstrecken als auch Eigenproduktionen aus den Bereichen Dokumentation, Kultur und Gesellschaft.

Der ORF bestätigte auf Anfrage, dass derzeit bestehende Doppel- und Mehrfachstrukturen überprüft würden. Konkrete Angaben zum Umfang der Einsparungen machte der Sender jedoch bislang nicht.

Änderungen auch in der Führung

Neben den finanziellen Kürzungen zeichnet sich offenbar auch eine organisatorische Neuausrichtung ab.

Demnach soll ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher künftig neben dem Informationsbereich auch die Verantwortung für das Kulturprogramm übernehmen. Kulturprogrammchef Peter Fässlacher soll nach derzeitigen Informationen keinen neuen Vertrag erhalten.

Gleichzeitig wird über eine stärkere Eingliederung von ORF III in den Mutterkonzern diskutiert. Der Sender wird bisher als eigene Tochtergesellschaft geführt.

Regierung erhöht den Spardruck

Auslöser der Sparmaßnahmen ist eine Entscheidung der Bundesregierung, die den ORF finanziell deutlich belastet. Ab dem kommenden Jahr fallen laut aktuellen Berechnungen rund 93 Millionen Euro weg.

Konkret betrifft dies die bisherige Abgeltung des Bundes für den Wegfall der Umsatzsteuer im Zuge der Einführung des ORF-Beitrags.

Der ORF sieht diese Maßnahme kritisch. Sowohl die derzeitige ORF-Führung als auch der künftige Generaldirektor Clemens Pig haben bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Kürzungen prüfen beziehungsweise einleiten zu wollen. Wie ORF III künftig aussehen wird, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch, dass Einsparungen in dieser Größenordnung kaum ohne Auswirkungen auf das Programmangebot bleiben werden.

Für den Kultur- und Informationssender, der sich in den vergangenen Jahren als wichtige Plattform für österreichische Kultur, Zeitgeschichte und Dokumentationen etabliert hat, stehen damit entscheidende Monate bevor.