Der hoch verschuldete Münchner Agrarkonzern plant einen vollständigen Rückzug aus dem Energiesektor. Nach den aktualisierten Sanierungsplänen soll bis spätestens 2029 das gesamte Energiegeschäft verkauft werden.
Auch die Bereiche Wärme und Mobilität, zu denen unter anderem Heizöl- und Pelletgeschäft gehören, sollen abgegeben werden.
Künftig möchte sich BayWa wieder auf jene Geschäftsfelder konzentrieren, die traditionell das Fundament des Unternehmens bilden: den Agrarhandel, Landtechnik sowie den Baustoffbereich.
Sanierungsplan nimmt weiter Gestalt an
Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Restrukturierung, auf die sich Vorstand, Gläubigerbanken und die beiden größten Anteilseigner nach monatelangen Verhandlungen grundsätzlich verständigt haben.
Auslöser für die Überarbeitung des bisherigen Sanierungskonzepts waren vor allem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Tochtergesellschaft BayWa r.e.. Nach Angaben des Konzerns hatten deren hoher Kapitalbedarf und die steigende Verschuldung das ursprüngliche Sanierungskonzept erheblich belastet.
Mit dem neuen Plan soll der Konzern finanziell stabilisiert und langfristig wieder auf eine tragfähige Basis gestellt werden.
Ökostromtochter soll schon bald neue Eigentümer erhalten
Zur Trennung von BayWa r.e.: Nach internen Informationen sollen die Details zur künftigen Eigentümerstruktur bereits in den kommenden Wochen vorgestellt werden.
Bislang befindet sich das Unternehmen mehrheitlich im Besitz der BayWa AG und des Schweizer Investors EIP. Im Rahmen der Sanierung soll nun vorerst ein neuer Sanierungsgesellschafter die Verantwortung übernehmen und den weiteren Umbau der Gesellschaft steuern.
Nach Aussagen des derzeitigen Sanierungsvorstands soll die Gesellschaft ihre Transformation künftig eigenständig fortsetzen können.
Milliardenschwere Entlastung für die Konzernbilanz
Für die BayWa AG bedeutet die Abspaltung der Tochtergesellschaft vor allem eine deutliche bilanzielle Entlastung. Nach Abschluss der Transaktion müssten die umfangreichen Verbindlichkeiten der BayWa r.e. nicht länger im Konzernabschluss ausgewiesen werden.
Auf der anderen Seite ist dieser Schritt jedoch auch mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Die milliardenschweren Gesellschafterdarlehen an die Tochtergesellschaft müssen zunächst abgeschrieben werden. Insgesamt beliefen sich diese Forderungen gegenüber BayWa r.e. zuletzt auf rund 1,3 Milliarden Euro.

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