Das Anwesen hatte zuletzt vor allem wegen eines geplanten Privattunnels für Schlagzeilen gesorgt. Da die bestehende Zufahrt zum Anwesen als eng und im Winter problematisch gilt, plante Porsche eine unterirdische Garage samt rund 500 Meter langem Tunnel durch den Kapuzinerberg. Die Kosten von rund zehn Millionen Euro hätte der Unternehmer selbst getragen.

Als die Pläne öffentlich wurden, entfachte sich jedoch eine hitzige Debatte. Umweltorganisationen, die Grünen und die KPÖ kritisierten das Vorhaben scharf und warfen den Behörden vor, einem Milliardär Sonderrechte einzuräumen. Eine Petition gegen das Projekt wurde von mehr als 19.000 Menschen unterstützt, berichtet oe24.

Verkauf trotz Genehmigung

Bemerkenswert ist, dass das Projekt rechtlich bereits auf Schiene war. Ende 2025 hatten Stadt und Land Salzburg sämtliche notwendigen Genehmigungen für den Tunnel erteilt.

Dennoch entschied sich Porsche nun zum Rückzug. Das „Paschinger Schlössl“ wird aktuell über den französischen Luxusimmobilienmakler verkauft. Die Villa gilt als eines der bekanntesten Privatanwesen Salzburgs. Das Gebäude verfügt über zwölf Zimmer und rund 616 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu kommen ein großzügiger Park sowie die bereits genehmigte Tunnelanlage, die für künftige Eigentümer weiterhin realisierbar wäre.

Besondere historische Bedeutung erhält das Anwesen durch seine Verbindung zum Schriftsteller Stefan Zweig, der dort einst wohnte.

Kritik als Auslöser für den Rückzug

Aus dem Umfeld des Unternehmers heißt es, die anhaltende öffentliche Kritik habe maßgeblich zur Verkaufsentscheidung beigetragen. Insbesondere das politische Klima und die teilweise scharfen Angriffe gegen vermögende Unternehmer hätten Porsche zunehmend belastet.

Demnach habe der 83-Jährige befürchtet, dass die Kontroversen selbst nach einem Baustart nicht abreißen würden. Statt Salzburg konzentriert sich Porsche nun offenbar auf seine bestehenden Wohnsitze. Seine Zeit verbringt er vor allem auf seinem Anwesen in Zell am See sowie auf seiner Finca auf Mallorca.

Ein offizielles Statement zum Verkauf liegt bislang nicht vor. Ein Sprecher der Porsche SE wollte die Berichte nicht kommentieren.