Über Jahre hinweg galt Kroatien als günstige Alternative zu Italien oder Spanien. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Seit der Corona-Pandemie und vor allem seit der Einführung des Euro Anfang 2023 sind die Preise kräftig gestiegen.

Unterkünfte, Restaurantbesuche und Freizeitangebote kosten heute deutlich mehr. Gleichzeitig kämpfen Hotels und Vermieter mit höheren Ausgaben für Energie, Lebensmittel und Personal – Kosten, die letztlich bei den Urlaubern landen, berichtet oe24.

Familien vergleichen genauer

Vor allem Familien achten inzwischen stärker auf ihr Reisebudget. Während Kroatien früher als Preis-Leistungs-Sieger galt, locken mittlerweile andere Mittelmeerländer mit günstigeren Angeboten.

Pauschalreisen nach Griechenland, in die Türkei, nach Ägypten oder Bulgarien sind häufig deutlich billiger und bieten oftmals All-inclusive-Leistungen. Wer mehrere hundert Euro sparen kann, entscheidet sich immer häufiger gegen die Adriaküste.

Auch das Buchungsverhalten hat sich verändert. Viele Urlauber reservieren erst kurzfristig, vergleichen intensiver und achten auf flexible Stornierungsmöglichkeiten.

Für Vermieter bedeutet das mehr Unsicherheit. Nicht selten bleiben Zimmer bis kurz vor Reisebeginn frei oder bereits gebuchte Aufenthalte werden wieder abgesagt. Deshalb reagieren viele Gastgeber inzwischen mit Preisnachlässen und attraktiven Last-Minute-Angeboten.

Bis zu 50 Prozent teurer

Besonders stark fiel der Preisanstieg bei privaten Ferienwohnungen aus. Teilweise wurden in den vergangenen Jahren Preisaufschläge von bis zu 50 Prozent verlangt. Inzwischen sehen sich viele Vermieter gezwungen, ihre Preise wieder zu senken, um überhaupt noch ausreichend Gäste anzulocken.

Auch die Kosten vor Ort sorgen immer wieder für Diskussionen. Lebensmittel bewegen sich teilweise auf dem Preisniveau Österreichs oder Deutschlands, Restaurantbesuche sind vielerorts um rund ein Viertel teurer als noch vor wenigen Jahren. Schlagzeilen über fünf Euro für eine Kugel Eis oder mehr als 20 Euro für einen Burger gingen international durch die Medien.

Von einem Einbruch des Tourismus kann dennoch keine Rede sein. Die kroatische Tourismusbehörde meldete im ersten Halbjahr 2026 rund 7,6 Millionen Gästeankünfte sowie 29,5 Millionen Nächtigungen. Auch Anfang Juli lagen die Besucherzahlen leicht über dem Vorjahr.

Allerdings zeigt sich ein neuer Trend: Urlauber buchen kurzfristiger, vergleichen intensiver und wechseln häufiger zwischen verschiedenen Mittelmeer-Destinationen.

Kroatien setzt auf Qualität

Die Tourismusbranche sieht darin langfristig auch eine Chance. Statt ausschließlich auf Massentourismus zu setzen, möchte sich Kroatien zunehmend als hochwertiges Reiseziel positionieren.

Kurzfristig bleibt die größte Herausforderung jedoch ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn die Konkurrenz am Mittelmeer schläft nicht – und immer mehr Urlauber entscheiden sich dort für das Angebot, bei dem sie für ihr Geld einfach mehr bekommen.