Der Unmut innerhalb der Mercedes-Belegschaft wächst. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich diesen Freitag rund 33.000 Beschäftigte an Protestaktionen an sämtlichen deutschen Standorten des Autobauers. Die Demonstrationen richteten sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen des Unternehmens, die nach Auffassung der Arbeitnehmervertretungen vor allem zulasten der Belegschaft gehen.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen Pläne, die regelmäßige Arbeitszeit ohne zusätzlichen Lohnausgleich auf 40 Stunden pro Woche auszuweiten. Darüber hinaus befürchten die Beschäftigten Kürzungen tariflicher Leistungen sowie weitere Einsparungen im Personalbereich.

Werk Bremen zeitweise stillgelegt

Besonders sichtbar fiel der Protest am Mercedes-Standort Bremen aus. Dort versammelten sich bereits am vergangenen Freitag rund 4.000 Beschäftigte vor den Werkstoren. Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung kam die Produktion zeitweise zum Erliegen.

Betriebsratschef Michael Peters machte deutlich, dass viele Mitarbeiter den Sparkurs nicht nachvollziehen könnten. Das Werk sei vollständig ausgelastet, produziere den neuen vollelektrischen GLC im Dreischichtbetrieb und arbeite teilweise sogar mit Sonderschichten. Vor diesem Hintergrund stoßen zusätzliche Sparmaßnahmen innerhalb der Belegschaft auf erhebliches Unverständnis.

Gewinneinbruch zwingt Mercedes zum Handeln

Aus Sicht des Unternehmens sind die Einschnitte jedoch notwendig. Der Vorstand hatte die Beschäftigten zuvor darüber informiert, dass die Kosten deutlich reduziert werden müssten, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Hintergrund ist der deutliche Gewinneinbruch des Stuttgarter Autobauers, vor allem bedingt durch die rückläufigen Absätze im Bereich der E-Mobilität.

IG Metall kündigt weitere Aktionen an

Für die Gewerkschaft markieren die Proteste erst den Beginn einer größeren Mobilisierung. Nach Angaben der IG Metall sollen in den kommenden Wochen auch bei weiteren Automobilherstellern und Zulieferern Protestaktionen stattfinden.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, fordert zugleich stärkeres politisches Engagement. Deutschland brauche eine aktive Industriepolitik, die den Umbau der Automobilindustrie begleite und industrielle Arbeitsplätze sichere. Der industrielle Kern des Landes dürfe im internationalen Wettbewerb nicht weiter an Substanz verlieren.