Mit ungewöhnlich scharfen Worten reagierte Ryanair auf das Ausbleiben steuerlicher Entlastungen. In einer Aussendung kritisierte die Fluggesellschaft die Bundesregierung deutlich und sprach von einer „untätigen Regierung“, die notwendige Maßnahmen zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer verweigere.
Auf ORF-Nachfrage erklärte Ryanair-Sprecher Andreas Gruber, dass derzeit sämtliche österreichischen Verbindungen überprüft würden – nicht nur der Standort Linz. Kapazitätsreduktionen seien ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
Flughafen Linz versucht Ruhe zu bewahren
Offiziell gibt man sich am Flughafen Linz noch gelassen. Sprecher Ingo Hagedorn betont, man beobachte die Entwicklung aufmerksam, sehe derzeit aber noch keinen Grund zur Panik.
Gleichzeitig ist jedoch klar, wie viel auf dem Spiel steht. Die aktuellen Ryanair-Verbindungen – etwa nach Alicante, Bari und London – gelten als stark nachgefragt. Die Maschinen seien zuletzt nahezu vollständig ausgelastet gewesen.
Bratislava als Alternative?
Zusätzlich erhöhte Ryanair-Chef Michael O’Leary den politischen Druck, indem er auf Konkurrenzstandorte verweist. Besonders der Flughafen Bratislava wird dabei als Alternative genannt.
Von dort aus würden regelmäßig günstige Verbindungen – etwa nach London – angeboten. Reisende aus Oberösterreich könnten laut O’Leary problemlos dorthin ausweichen und dadurch österreichische Zusatzabgaben umgehen.
Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Österreich verliere im europäischen Wettbewerb zunehmend an Attraktivität.
Milliarden-Investitionen stehen im Raum
Gleichzeitig lockt Ryanair jedoch mit massiven Investitionszusagen. Sollte die Luftverkehrsabgabe abgeschafft werden, stellt die Airline Investitionen von rund einer Milliarde Dollar in Österreich in Aussicht.
Bis 2030 könnte das Passagieraufkommen in Österreich laut Ryanair auf zwölf Millionen steigen. Zudem sollen zehn neue Boeing 737 MAX in Wien stationiert werden.

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