Der bisherige Geschäftsführer Andreas Ronken verlässt das Unternehmen nach rund zehn Jahren an der Spitze. Die neuen Chefs würdigten dessen Arbeit und betonten, Ronken habe den Konzern in erfolgreichen wie auch schwierigen Zeiten entscheidend geprägt.

Wirtschaftliche Lage zwingt Unternehmen zum Umbau

Der Führungswechsel erfolgt mitten in einer schwierigen Phase für Ritter Sport. 2025 rutschte das Unternehmen trotz steigender Umsätze erstmals seit langer Zeit in die roten Zahlen.

Der Umsatz legte zwar um 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro zu. Wie hoch der verlust ausfiel, wies das Unetrnehmen nicht aus.

Hauptursache dafür waren wohl vor allem drastisch gestiegene Rohstoffpreise – insbesondere beim Kakao. Hinzu kamen höhere Energie- und Verpackungskosten sowie eine deutlich spürbare Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher.

Höhere Preise, sinkende Absatzmengen

Das Umsatzwachstum entstand laut Unternehmen vor allem durch höhere Verkaufspreise. Die tatsächlichen Verkaufszahlen gingen dagegen zurück.

Damit zeigt sich ein Problem, das derzeit große Teile der Lebensmittelindustrie belastet: Unternehmen versuchen steigende Produktionskosten über höhere Preise auszugleichen, stoßen bei Verbrauchern jedoch zunehmend auf Zurückhaltung.

Erster Stellenabbau in der Unternehmensgeschichte

Die wirtschaftlichen Probleme führten schließlich auch zu einem historischen Einschnitt. Erstmals in der Geschichte von Ritter Sport sollen Arbeitsplätze abgebaut werden.

Nach Unternehmensangaben sollen rund 70 Verwaltungsstellen wegfallen. Am Standort Waldenbuch, im Kreis Böblingen, beschäftigt Ritter Sport derzeit rund 1.000 Mitarbeiter, davon etwa 600 in der Verwaltung.

Weltweit arbeiten rund 1.900 Menschen für den Schokoladenhersteller. Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen werden allerdings nicht ausgeschlossen.