Die französische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde hat gegen Shein Sanktionen in Höhe von insgesamt 22 Millionen Euro ausgesprochen. Nach Angaben der Behörden beziehen sich die Vorwürfe auf verschiedene Verstöße im Zusammenhang mit Bestellinformationen, Rückgabebedingungen sowie Umweltangaben auf der Plattform.

Die französischen Aufseher werfen dem Unternehmen vor, Kunden nicht ausreichend informiert zu haben und in mehreren Bereichen gegen geltende Verbraucherschutzvorschriften verstoßen zu haben.

Shein weist die Vorwürfe hingegen zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.

Shein spricht von unverhältnismäßiger Behandlung

Das Unternehmen reagierte mit scharfer Kritik auf die Sanktionen. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers seien technische Schwierigkeiten, die mittlerweile behoben worden seien und keine Auswirkungen auf Verbraucher gehabt hätten, als Grundlage für die hohe Geldbuße herangezogen worden.

„Technische Probleme, die keinen Einfluss auf Verbraucher haben und bereits gelöst wurden, wo es nötig war, wurden als Grundlage für eine außergewöhnliche Strafe genutzt“, erklärte ein Sprecher des Konzerns.

Paris wirft dem Konzern unlauteren Wettbewerb vor

In Frankreich stößt das Geschäftsmodell des chinesischen Modehändlers seit Jahren auf Kritik. Besonders Vertreter des heimischen Einzelhandels sehen in den extrem niedrigen Preisen und der aggressiven Expansion eine erhebliche Belastung für europäische Wettbewerber.

Frankreichs Handelsminister Serge Papin wirft dem Unternehmen vor, den Wettbewerb zu verzerren und sich nicht an dieselben Regeln halten zu müssen wie viele europäische Anbieter.

Schon im Juli 2025 hatten französische Behörden eine Geldstrafe von 40 Millionen Euro verhängt. Damals ging es um mutmaßlich irreführende Rabattaktionen und Preisnachlässe. Die Behörden warfen Shein vor, Verbraucher durch die Darstellung von Rabatten in die Irre geführt zu haben.

Sperrversuch scheiterte vor Gericht

Anfang des Jahres hatte die französische Regierung versucht, noch weiterzugehen. Damals beantragten die Behörden sogar eine Sperre der Plattform in Frankreich.

Auslöser waren Berichte über illegale Produkte, die über den Online-Marktplatz angeboten worden sein sollen. Dabei ging es unter anderem um kinderpornografische Sexpuppen, Waffen sowie weitere verbotene Artikel.