Österreichs Wirtschaft kommt laut der aktuellen Sommerprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) nur langsam in Schwung. Für 2026 rechnen die Experten mit einem realen Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, 2027 soll das Plus bei 1,1 Prozent liegen, berichtet etwa die Heute. Trotz der leichten Erholung bleiben die Aussichten von zahlreichen Unsicherheiten geprägt.
Wifo-Direktor Gabriel Felbermayr sprach bei der Präsentation der Prognose von einer Entwicklung, die „alles andere als stürmisch“ sei. Belastet werde die heimische Wirtschaft vor allem durch die Folgen der Iran-Krise, hohe Energiepreise und eine anhaltend hohe Inflation. Zwar soll sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte etwas entspannen, eine kräftige Erholung sei aber nicht in Sicht.
Besonders spürbar bleibt die Teuerung. Das Wifo erwartet für 2026 eine Inflationsrate von 3,2 Prozent, erst 2027 soll sie auf 2,4 Prozent sinken. Gleichzeitig dürfte die Arbeitslosenquote heuer auf 7,5 Prozent steigen und damit höher ausfallen als bisher angenommen.
Bauwirtschaft bleibt Sorgenkind
Vor allem die Bauwirtschaft bleibt ein Sorgenkind. Bereits das achte Jahr in Folge befindet sich die Branche im Abschwung. Felbermayr forderte die Bundesregierung deshalb auf, Bauinvestitionen nicht weiter zurückzufahren und zusätzliche Belastungen für den Wohnbau zu vermeiden.
Positiv bewertet das Wifo hingegen die Entwicklung der Industrie, die wieder leicht wächst, sowie steigende Investitionen der Unternehmen. Auch der Staat profitiert kurzfristig von der höheren Inflation: Durch das stärkere nominelle Wirtschaftswachstum könnten in den kommenden beiden Jahren zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entstehen.

Trotzdem bleibt die Budgetlage angespannt. Das Wifo erwartet für 2026 ein Defizit von 4,0 Prozent des BIP und für 2027 von 3,7 Prozent. Die Schuldenquote dürfte bis 2027 auf knapp 84 Prozent steigen. Aus Sicht des Instituts reichen die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen daher nicht aus, um die Staatsfinanzen langfristig auf einen nachhaltigen Kurs zu bringen.

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