Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent, bzw. 45.400 Wohnungen weniger als im Jahr zuvor. Damit erreichte der Wohnungsbau den niedrigsten Stand seit 2012.
Bereits 2024 war die Zahl der Fertigstellungen um 14,4 Prozent eingebrochen. Besonders auffällig ist der Kontrast zu den Boomjahren zuvor. Im Jahr 2020, waren noch 306.400 Wohnungen. Seitdem zeichnete sich ein sukzessiver Abschwung ab.
Einfamilienhäuser besonders betroffen
Die Zahl fertiggestellter Einfamilienhäuser sank 2025 besonders stark; um 23,3 Prozent auf nur noch 41.800 Gebäude.
Auch bei Zweifamilienhäusern setzte sich der Rückgang stark fort. Dort fiel die Zahl der Fertigstellungen um 21,4 Prozent auf 13.800 Einheiten.
Experten warnen vor weiterer Verschärfung
Wirtschaftsforscher rechnen inzwischen damit, dass sich die Krise im laufenden Jahr weiter verschlimmern wird. Das ifo Institut erwartet für 2026 nur noch rund 185.000 fertiggestellte Wohnungen. Laut Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister könnte insbesondere der Iran-Krieg die zuletzt leichte Stabilisierung im Wohnungsbau erneut abwürgen. Steigende Energiepreise, höhere Inflation, sinkende Reallöhne, teure Baumaterialien und höhere Zinsen würden die Branche zusätzlich belasten.
Genehmigungen steigen – doch gebaut wird trotzdem nicht
Zwar erhöhte sich die Zahl der Baugenehmigungen im vergangenen Jahr leicht um 10,6 Prozent auf 238.100 Wohnungen. Doch viele Projekte bleiben trotzdem stecken.
Der sogenannte Bauüberhang – also bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen – lag Ende 2025 bei rund 760.700 Einheiten.
Wohnkrise grenzübergreifend – Auch Österreich rutscht immer tiefer ab
Die Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Deutschland. Auch in Österreich sinkt die Zahl neuer Wohnungen immer drastischer.
Laut Daten des Instituts Exploreal im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich wird die Zahl fertiggestellter Neubauwohnungen bis 2026 massiv zurückgehen.
Während im Jahr 2022 noch rund 46.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, dürften es 2026 nur noch etwa 25.000 sein. Das entspricht einem Rückgang von rund 40 Prozent innerhalb weniger Jahre.

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