Beim Discounter Aldi Süd stehen umfassende Einsparungen an. Bis Ende des kommenden Jahres sollen mindestens 1.250 Stellen gestrichen werden.

Besonders stark betroffen ist die Zentrale in Mülheim an der Ruhr. Dort trifft es vor allem die Digitalsparte Aldi DX, in der allein über 1.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

Die Belegschaft wurde laut Berichten im Rahmen einer virtuellen Mitarbeiterversammlung über die geplanten Schritte informiert.

Freiwilliger Abgang statt Kündigungen

Offiziell setzt das Unternehmen nicht auf klassische Entlassungen. Vielmehr sollen Mitarbeiter freiwillig ausscheiden und entsprechende Abfindungsangebote erhalten.

Neben der IT-Sparte ist auch der internationale Einkauf von den Maßnahmen betroffen. Damit zieht sich der Einschnitt durch zentrale Bereiche der Organisation.

Digitalstrategie erneut unter Druck

Der Stellenabbau im Technologiebereich kommt nicht überraschend. Bereits in der Vergangenheit war die IT-Sparte mehrfach von Einschnitten betroffen.

So wurden schon im vergangenen Jahr rund 400 Arbeitsplätze bei Aldi DX abgebaut. Teile der Aufgaben wurden an einen Dienstleister der indischen Tata Group ausgelagert.

Auch Anfang dieses Jahres hatte der Konzern mehrere Hundert Stellen aus Deutschland in die internationale Holding nach Salzburg verlagert – insbesondere in den Bereichen Personal, Buchhaltung und Einkauf.

Konzern spricht von Optimierung

Offiziell begründet das Unternehmen die Maßnahmen mit einer kontinuierlichen Anpassung interner Prozesse.

Man optimiere Strukturen und Abläufe, heißt es aus dem Konzernumfeld. Gleichzeitig betonen Führungskräfte, dass diese Schritte aus einer wirtschaftlich stabilen Ausgangslage heraus erfolgen.

Der Umbau sei somit weniger eine Reaktion auf akute Probleme, sondern Teil einer langfristigen Neuausrichtung.

Auch Kunden spüren die Veränderungen

Die strategischen Anpassungen bleiben nicht auf interne Strukturen beschränkt. Auch das Sortiment wird überarbeitet.

In einzelnen Regionen reduziert Aldi Süd die Auswahl deutlich – etwa bei Molkereiprodukten, Wurst und Käse, wo jeweils rund 50 Artikel und Varianten gestrichen werden.

Davon betroffen sind nicht nur kleinere Lieferanten, sondern auch bekannte Markenprodukte. Artikel wie „Ehrmann Grand Dessert‟ oder „Zott Sahne Joghurt‟ sind vielerorts nicht mehr dauerhaft verfügbar und tauchen stattdessen nur noch als zeitlich begrenzte Aktionsware auf.