Bereits Ende 2024 hatte sich die Konzernführung mit Arbeitnehmervertretern auf ein umfassendes Restrukturierungsprogramm verständigt. Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Dadurch will Volkswagen die jährlichen Kosten um etwa 1,6 Milliarden Euro reduzieren.
Im Gegenzug sagte das Unternehmen zu, vorerst auf großflächige Werksschließungen zu verzichten – mit Ausnahme der „Gläsernen Manufaktur“ in Dresden. Doch diese Zusage steht offenbar unter Vorbehalt. Denn die einzelnen Standorte müssen ehrgeizige Sparziele erfüllen.
Wie hoch diese Vorgaben konkret ausfallen, hält der Konzern weiterhin unter Verschluss. Laut Medienberichten sollen mehrere Werke jedoch Schwierigkeiten haben, die geforderten Einsparungen tatsächlich umzusetzen.
Weitere Kürzungen offenbar bereits vorbereitet
Gleichzeitig deutet sich darum intern bereits die nächste Verschärfung an. Nachdem Volkswagen seine weltweiten Produktionskapazitäten bereits von zwölf auf zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr reduziert hat, steht offenbar ein weiterer Rückbau im Raum.
Künftig könnte die jährliche Produktionskapazität nochmals um rund eine Million Fahrzeuge sinken. Das entspräche in etwa der kompletten Jahresproduktion von vier Werken weltweit.
Der Hintergrund: Volkswagen versucht, die Fertigung stärker an die schwächeren Nachfrageerwartungen anzupassen. Vor allem die schleppende Entwicklung bei Elektroautos, zunehmender Konkurrenzdruck aus China sowie hohe Produktionskosten in Europa belasten die Profitabilität.
Selbst Wolfsburg nicht mehr sicher
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass inzwischen selbst das Stammwerk in Wolfsburg nicht mehr völlig unantastbar ist. Die größte Autofabrik der Welt soll ebenfalls Überkapazitäten abbauen und effizienter werden.
Bereits im März sorgten Berichte über ein internes Konzept der Unternehmensberatung McKinsey für Aufsehen. Demnach könnten langfristig lediglich zwei große Kernstandorte übrig bleiben: Wolfsburg für Volkswagen sowie Ingolstadt für Audi.
Offiziell weist der Konzern solche Szenarien zwar zurück. Gleichzeitig wächst jedoch der Druck, Kostenstrukturen drastisch zu verschlanken und Werke stärker auszulasten.
Mehr als jedes dritte Modell könnte verschwinden
Ein zentraler Hebel für die Sanierung ist auch das Produktportfolio. Volkswagen will die Anzahl seiner Fahrzeuge massiv reduzieren.
Aktuell umfasst der Konzern mehr als 150 Modelle. Künftig soll diese Zahl laut internen Zielsetzungen auf unter 100 sinken. Besonders bei Audi werden die Investitionen bereits deutlich gekürzt – dort sollen die Ausgaben von bislang rund 37 auf etwa 33 Milliarden Euro reduziert werden.

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